Ärzte Zeitung, 16.04.2012

Online-Doktor jetzt auch in Österreich

Als die britische Internetpraxis DrEd in Deutschland ihre Pforten öffnete, hagelte es prompt Kritik seitens der Ärzteschaft. Jetzt bieten die Briten ihren Dienst auch in Österreich an.

Britische Online-Praxis nimmt Österreicher ins Visier

Arzt im Netz: Jetzt auch in Österreich.

© nös

LONDON (maw). Die Online-Arztpraxis DrEd (www.dred.com) ist auf Expansionskurs.

Ab sofort haben nach eigenen Angaben auch Patienten aus Österreich die Möglichkeit, sich bei der im vergangenen November gestarteten Web-Praxis virtuell behandeln und auch Rezepte ausstellen zu lassen.

Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Themen der Männergesundheit wie Erektile Dysfunktion, aber auch die Verhütung via Pille.

Das Geschäftsmodell basiert im Wesentlichen darauf, dass in London ansässige deutsche Ärzte Patienten aus Deutschland, die via Internet die Sprechstunde besuchen, eine Diagnose stellen.

Kritik beim Auftritt in Deutschland

Diese beiden Schritte sind laut DrEd kostenlos, das heißt, es fällt auch keine Praxisgebühr an. Erst wenn im Zuge einer Behandlung Arzneien verordnet werden, zahlen Patienten dafür - auf IGeL-Basis.

Mit ihrem Modell der reinen Online-Praxis sind die Betreiber von DrEd bereits auf massive Kritik aus Deutschland gestoßen. So zum Beispiel bei der Bundesärztekammer (BÄK).

"Laut (Muster-) Berufsordnung dürfen Ärzte die individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, nicht ausschließlich aus der Ferne durchführen", hieß es in einer Stellungnahme.

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