Ärzte Zeitung, 10.09.2014

EU

Juncker stellt neuen Gesundheitskommissar vor

BRÜSSEL. In dieser Woche will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seine neue Kommission vorstellen. Der litauische Politiker Vytenis Povilas Andriukaitis soll wahrscheinlich Gesundheitskommissar werden. Er wäre der erste Arzt auf diesem Posten.

Bei ihrem Vieraugengespräch waren sich Juncker und Andriukaitis am 5. September angeblich schnell einig, dass der Litauer die Idealbesetzung für das Gesundheitsressort in der neuen EU-Kommission wäre.

Der sozialdemokratische Politiker ist auf dem Brüsseler Parkett kein Unbekannter. Als ehemaliger Gesundheitsminister seines Landes leitete der Chirurg während der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft Litauens im zweiten Halbjahr 2013 die Treffen der EU-Gesundheitsminister in Brüssel und in Vilnius.

Er verknüpft mit der Europäische Union die Hoffnung für mehr grenzüberschreitende Gesundheitsdienstleistungen und misst dem best practice-Ansatz in der EU einen hohen Stellenwert bei. "Für mich ist eine nachhaltige Gesundheitspolitik in der Europäischen Union ein hohes Ziel", erklärte Andriukaitis in einem Interview mit dem polnischen Fernsehen.

Der Gesundheitssektor stelle eine Boombranche dar. Es sei ihm ein Anliegen nicht nur in Litauen, sondern auch in der gesamten EU verstärkt Exzellenzzentren zu schaffen. Er denkt dabei vor allem an medizinische Schwerpunkte in der Kardiologie, Onkologie und Neurologie.

Der 63-jährige Arzt und Politiker ist verheiratet und hat drei Kinder. Er spricht neben seiner Muttersprache auch russisch und fließend englisch. (taf)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »