Ärzte Zeitung App, 16.09.2014

Diabetes & Co:

Saudi-Arabien verordnet Fitness-Kur

Das wahhabitische Königreich setzt zum Kampf gegen Zivilisationskrankheiten auf Fitness fürs Volk.

RIAD / JEDDAH. Diabetes, Herzerkrankungen und Adipositas sind drei Zivilisationskrankheiten, die Saudi-Arabien seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereiten. So gelten nach aktuellen Schätzungen allein 44 Prozent der Frauen, 26,4 Prozent der Männer und 18 Prozent der Kinder in dem Königreich als adipös.

Saudi-Arabien steht mit dieser Entwicklung allerdings nicht alleine da in der Region. Mit zunehmendem Wohlstand haben die Volkskrankheiten in vielen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens Fuß gefasst, zum Beispiel auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Saudi-Arabien setzt nun auf einen westlichen Trend zur Bekämpfung der bedrohten Volksgesundheit: Fitness. Mit der Saudi International Sport & Fitness (ISF Saudi) powered by FIBO findet die erste Messe für Sport und Fitness in Saudi-Arabien statt, wie der Veranstalter mitteilt. Die FIBO, die seit diesem Jahr in Köln ihr neues Domizil gefunden hat, versteht sich als Internationale Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit.

Für die internationale Sport- und Fitnessbranche ist die Messe, die vom 24. bis 27. November in Jeddah veranstaltet wird, laut FIBO eine Chance, die Märkte des Mittleren Ostens kennenzulernen.

Großes Potenzial

Das Potenzial im Königreich sei beträchtlich: Gesundheits- und fitnessbezogene Projekte im Wert von mehr als 20 Milliarden US-Dollar seien angeschoben worden. Der Sportfachhandel setze acht Milliarden US-Dollar um und verzeichne jährliche Wachstumsraten von acht Prozent.

Die Deregulierung der Teilnahme von Frauen an Sport- und Fitnessaktivitäten biete weitere Chancen für die Verbesserung des Gesundheitszustandes und des Wohlbefindens der schnell wachsenden Bevölkerung. Diese - für das streng wahhabitisch geführte Königreich fast schon revolutionären - Maßnahmen der saudischen Regierung sind eine Reaktion auf die vorherrschenden Gesundheitsrisiken im Lande.

Denn bisher galten Sport und körperliche Aktivitäten als verpönt und wurden als Zeichen der Armut gedeutet, wie aus der Studie "Das Gesundheitssystem in Saudi-Arabien - Wechselwirkung zwischen gesellschaftlicher Transformation und Gesundheit" des Deutschen Orient-Instituts hervorgeht.

"Das beträchtliche Engagement der saudischen Regierung für die Entwicklung von Initiativen im Bereich Soziales und Gesundheit macht deutlich, dass dieses Thema ganz oben auf der Tagesordnung des Königreiches steht", verdeutlicht auch Simon Blazeby, Head of Exhibitions bei Reed Sunaidi Exhibitions. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »