Ärzte Zeitung, 03.12.2014

Kommentar zum Welt-Behindertentag

Warme Worte - mehr nicht

Von Rebecca Beerheide

Appelle, Expertengespräche und viele Strategiepapiere von Regierungen, Kassen und Ärzten - was hat es nicht alles schon zur Zukunft der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderungen gegeben!

Seit 2009 hat sich Deutschland mit Unterschrift zur UN-Behindertenrechtskonvention dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen.

Dabei geht es um Bildung, Arbeitsplätze - und natürlich um die Gesundheitsversorgung. Am heutigen Welttag der Menschen mit Behinderung kann es nur ein Fazit geben: Den Worten in den unzähligen Expertenrunden folgt - nichts.

Wer echte Gleichberechtigung im Gesundheitswesen für Menschen mit Behinderungen will, der muss dicke Bretter bohren: Praxen und Kliniken müssen umgebaut, Konzepte zur Versorgung von jungen Menschen mit Behinderung, die volljährig werden, deutlich verbessert werden. Da sind auch Kranken- und Pflegekassen in der Pflicht, die sich ärztlichen Konzepten nicht selten verweigern.

Ein weiteres Beispiel ist die ambulante gynäkologische Versorgung. Die Zahl der Praxen, in denen Frauen adäquat untersucht werden, kann deutschlandweit an einer Hand abgezählt werden.In einer älter werdenden Gesellschaft wird es immer mehr Menschen geben, die nicht mehr mobil sind.

Für sie wird der Gang zum Arzt eine körperliche Herausforderung. Auch diese Patienten muss man im Blick haben, wenn es um Rechte von Menschen mit Behinderungen im Gesundheitswesen geht.

Lesen Sie dazu auch:
Menschen mit Behinderungen: Noch viel zu tun für mehr Teilhabe

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »