Frankreich

Ärzte-Demo lässt Ministerin unbeeindruckt

Frankreichs Gesundheitsministerin bleibt hart: das Ende des Prinzips der Kostenerstattung naht.

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PARIS. Mindestens 20 000 Ärzte, Zahnärzte und Medizinstudenten haben am Sonntag in Paris gegen die geplante Gesundheitsreform der Regierung protestiert, die ab Montag im Parlament debattiert wird.

Die Ärzteverbände, deren Vorstände an der Spitze der Demonstration marschierten, sprachen von rund 40 000 Teilnehmern, eine Zahl, die von der Polizei als weit übertrieben zurückgewiesen wurde.

Trotz der starken Mobilmachung der Ärzte, die aus allen Teilen Frankreichs nach Paris gereist waren, sind konkrete Ergebnisse ausgeblieben: Gesundheitsministerin Marisol Touraine empfing zwar eine Delegation der Demonstranten, weigerte sich aber kategorisch, den Gesetzentwurf zu ändern.

Für besonders große Aufregung sorgt bei den Ärzten, dass die sozialistische Politikerin schrittweise bis 2017 die traditionelle Kostenerstattung durch ein Sachleistungssystem ersetzen will.

Furcht der Ärzte

Aus diesem Grund fürchten sich Ärzte vor einer Zunahme der Bürokratie sowie vor langen und schwierigen Verfahren, um in Zukunft zu ihrem Geld zu kommen.

Die Leistungsvergütung wird nicht mehr direkt von den Patienten nach jedem Arztkontakt bezahlt, sondern einige Tage danach von den Kassen.

Darüber hinaus protestieren Ärzte und Vertreter aus anderen Gesundheitsberufen auch gegen weitere Maßnahmen der Reform, die ihrer Meinung nach zu einer Verstaatlichung der ambulanten Medizin führen wird. Sie fürchten sich auch vor möglichen Begrenzungen der Niederlassungsfreiheit.

Von dem eher bescheidenen Ergebnis der Großdemonstration in Paris wollen sich Frankreichs Ärzte allerdings nicht frustrieren lassen. Sie planen weitere Streiks und Aktionen.

Schon am Freitag vor der Demo hatten Ärzte ihre Arbeit niedergelegt. Die aktuelle Situation lässt eine weitere Streikwelle für die kommenden Tage und Wochen erwarten. (ddb)

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