Antibiotika-Resistenzen

Appell an Ärzte zu mehr Sorgfalt

Eine bessere, individuelle Diagnostik bei Patienten sowie die Verschreibungspflicht ist nach Ansicht der G7-Gesundheitsminister nötig, um Antibiotika-Resistenzen vorzubeugen.

Julia FrischVon Julia Frisch und Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:
Hermann Gröhe steht Rede und Antwort.

Hermann Gröhe steht Rede und Antwort.

© Kay Nietfeld / dpa

BERLIN. Zwei Tage haben die Gesundheits- und Wissenschaftsminister der sieben größten Industrienationen (G7) in Berlin getagt, um über gemeinsame Maßnahmen gegen Antibiotika-Resistenzen zu beraten.

Am Ende stand eine Liste mit vielen Punkten, die nun abgearbeitet werden "sollen". So "soll" etwa die Harmonisierung von Zulassungsverfahren und -bedingungen einschließlich klinischer Studien im Pharmabereich vorangetrieben werden, damit neue Antibiotika schneller auf den Markt kommen.

Weiterhin soll der Austausch über Produktentwicklungspartnerschaften intensiviert werden, sollen auch wirtschaftliche Anreize zur Förderung von Forschung und Entwicklung und ein globaler Antibiotika-Forschungsfonds geprüft werden.

Antibiotika gezielter einsetzen

Besonders wichtig war den G7-Gesundheitsministern in der Abschlusserklärung der Appell, Antibiotika nur zu therapeutischen Zwecken nach individueller Diagnostik zu verabreichen.

"Wir brauchen eine bessere Diagnose, damit Antibiotika gezielt eingesetzt werden können", betonte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Abschlusspressekonferenz.

Er verwies auf Schätzungen internationaler Organisationen, nach denen jährlich 700.000 Menschen weltweit aufgrund von Infektionen mit multiresistenten Bakterien sterben.

Für einen "sachgerechten Umgang" mit Antibiotika messen die G7-Minister der Verschreibungspflicht eine große Bedeutung zu, sowohl in der Humanmedizin als auch analog in der Tiermedizin.

Zudem soll Ländern mit "schwächer aufgestelltem Gesundheitswesen" bei der Entwicklung nationaler Aktionspläne gegen Antibiotika-Resistenzen gehofen und sie beim Aufbau entsprechender Infratrukturen unterstützt werden.

Befürwortet wird auch die Erfassung der Verbrauchsentwicklung über entsprechende Messsmethoden. Damit sollen sich schon in dieser Woche Experten in Paris befassen.

Die Generalsekretärin der Weltgesundheitsorganisation, Margaret Chan, betonte, dass nicht nur der vorschnelle Einsatz von Antibiotika, sondern auch der vorzeitige Abbruch einer Antibiotikum-Therapie gefährlich sei. Sie forderte, mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren.

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