Ärzte Zeitung online, 30.10.2015

WHO relativiert Warnung

Vollständiger Wurst-Verzicht muss nicht sein

Die Einstufung der WHO von Wurst als krebserregend hat für viel Wirbel gesorgt. Nach harscher Kritik relativiert die Organisation ihre Aussage nun ein wenig.

GENF/LYON. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) fordert nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinen völligen Verzicht auf Wurst.

Nach Protesten und Aufrufen zur Klarstellung erklärte die WHO in Genf, die jüngste Bewertung ihrer Behörde verlange nicht von den Menschen Lebensmittel wie Würstchen, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch gar nicht mehr zu essen.

Sondern die Agentur mache darauf aufmerksam, dass ein geringerer Verzehr das Krebsrisiko vermindern könne.

Auch rotes Fleisch unter Krebsverdacht

Die WHO-Behörde hatte am Montag in Lyon mitgeteilt, der regelmäßige Konsum erhöhe das Risiko für Darmkrebs.

Zudem stuften die Experten rotes Fleisch generell als wahrscheinlich krebserregend ein. Darunter wird das Muskelfleisch aller Säugetiere verstanden, also auch von Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Schaf, Pferd und Ziege.

Eine Arbeitsgruppe aus 22 Experten hatte mehr als 800 Studien über den Zusammenhang von Fleischkonsum und dem Risiko für verschiedene Krebsarten ausgewertet.

Die WHO-Behörde kam zu dem Schluss, dass das Darmkrebs-Risiko je 50 Gramm verarbeitetes Fleisch am Tag um 18 Prozent steigt. (dpa)

[01.11.2015, 09:03:14]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Das mit dem "roten Fleisch" konnte trotz Hunderten von Vegetariestudien bis heute NICHT nachgewieswen werden, im Gegenteil.
Deshalb spricht man verräterischerweise von "Verdacht".
Es geht dabei immer nur um das kolorektale Ca., immerhin der häufigste solide maligne Tumor, wenn man Mann und Frau zusammenzählt.
Worauf stützt sich also dieser "Verdacht".

1) es gibt statistisch einen tumorprotektiven Effekt von ballaststoffreicher Ernährung und kolorektalen Ca., NICHT für andere Malignome wie z.B. das Mamma-Ca.
2) isst also ein Fleischesser ebensoviel "Grünzeug" wie ein Vegetarier, so hat er ebenso wenig kolorektale Karzinome, aber WENIGER sonstige Malignome, verglichen mit dem Vegetarier.
3) Die übrige Tumorwahrscheinlichkeit einschließl. kolorektales Karzinom nimmt bei Übergewicht zu, auch wieder das Mamma-Ca.
Und der Fleischesser konsumiert statistisch durch "tierisches Fett" mehr Kalorien als der (konsequente) Vegetarier mit seiner fettarmen Ernährung.

Die Zusammenhänge 1) und 2) sind in Deutschland ausgezeichnet studiert worden in der Deuschen Vegatarier Studie des Krebsforschungszentrums Heidelberg über 20 Jahre und einer Kohorte von über 22000 Teilnehmern.
Lifestyle risk factors and residual life expectancy at age 40: a German cohort study
Kuanrong Li*, Anika Hüsing and Rudolf Kaaks

Ich kenne ein bischen die Vorgeschichte:
Es sollte ursprünglich das Gegenteil herauskommen, es gab daher Rücktritte der Studienleitung etc., man hat aber durchgehalten
und man darf auch nicht nur die "summery" oder die kurz gefassten "Conclusions" lesen.
Besonders interessant darin ist die Todesursachenstatistik.
Mit einem Satz: Fleischesser darin waren gesünder und lebten länger.
Vergessen wir auch bitte nicht, dass WELTWEIT der Eisenmangel das häufigste Defizit bei Spurenelementen darstellt und die wichtigtste Quelle dafür das rote Fleisch darstellt.

Wir haben daher in der WHO auch politisch bestellte Vegetarier-Ideologen.
Sehr unethisch. zum Beitrag »
[31.10.2015, 19:22:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"HAXE DES BÖSEN" 2.0
Peinlich für WHO-IARC-Experten! Sie müssen mit ihren voreiligen Schlussfolgerungen und Warnungen zurückrudern.

Verarbeitetes, gepökeltes oder geräuchertes Fleisch ("processed meat"), insbesondere gebraten, gegrillt und nitrosamin-haltig, ist für den Menschen krebserregend. Das wissen wir schon lange. Auch dass Menschen mit ihrem Gebiss, ihrer Beißmuskulatur, ihren Darm-, Verdauungs- und Ausscheidungs-Tätigkeiten "Allesfresser" (Omnivoren) sind: Vergleichbar mit Schweinen und hochentwickelten Primaten sind sie auf eine obst- und vegetabil betonte Mischkost mit Fleisch, Fisch, Geflügel, Getreide und Milch-(Produkten) angewiesen.
Der Energiebedarf über Protein, Kohlenhydrat, Fett, Mineralstoffe und Spurenelemente ist wegen ihrer Gehirnentwicklung viel höher als bei anderen Primaten. Der global immer weniger Energie-verbrauchende Lebensstil, mangelnde Anstrengungs- und Aufwands-Kultur bzw. Bewegungsarmut post-industrieller Gesellschaften bei exzessivem Nahrungsmittelüberfluss führt gegenüber Armutsländern zu metabolischer Entgleisung, Diabetes mellitus und wachsendem kardio-pulmonalem bzw. nephro-vaskulären Risiko mit s e k u n d ä r e r Tumorinduktion: Die Lebenserwartung und deren Abstand s t e i g t jedoch selbst gegenüber Armuts- und Schwellenländern.

D a s ist der wesentliche Grund für die völlig naiv-empiristisch-heuristische, vorlaute Ableitung eines erhöhten Sterberisikos bei Konsum von rotem Fleisch, wenn man nicht zwischen "processed meat" und "non-processed meat" differenzieren will. Wir sterben nicht w e i l, sondern w ä h r e n d wir zu v i e l rotes Fleisch essen und weil uns der allgemeine Überfluss zu dick macht!

Entlarvend bei den 22 WHO/IARC-Experten, dass sie u n-verarbeitetes rotes Fleisch klammheimlich nur als "wahrscheinlich krebserregend" klassifizieren können. Denn eine Evidenz, dass der Verzehr von rotem Fleisch karzinogen sei, können die Experten nicht mal belegen.

Stattdessen flüchten sie sich in untauglich abstrakte Beispiele: Wenn tägliche 50-Gramm-Portionen von Produkten aus verarbeitetem Fleisch das Risiko für Darmkrebs laut IARC um 18 Prozent steigern, erhöhen 278-Gramm täglich das Darmkrebsrisiko dann um einhundert Prozent? Und ist der Konsum einer 10-Gramm-Portion tgl. dann mit 3,6 Prozent erhöhtem Darmkrebsrisiko nicht mehr signifikant?

"WHO sieht sich zur Klarstellung genötigt
Die WHO rudert in einer erneuten Mitteilung vom Donnerstag, den 29.Oktober, wieder etwas zurück. Es seien eine große Zahl von Rückfragen, besorgten Kommentaren und Bitten um Konkretisierung eingegangen, berichtet die Gesundheitsbehörde. Die IARC (International Agency for Research on Cancer), die die Einstufung von verarbeitetem Fleisch als kanzerogen veröffentlicht hat, arbeite funktional unabhängig unter der Schirmherrschaft der WHO.
Die Einschätzung der IARC bestätige die WHO-Ernährungsempfehlungen aus dem Jahr 2002, heißt es. Schon dort werde bereits zu einem nur „moderaten Konsum“ von verarbeiteten Fleisch- und Wurstwaren geraten, um das Krebsrisiko niedrig zu halten. In der neuen IARC-Bewertung gehe es nicht darum, diesen Konsum ganz zu vermeiden. Es werde lediglich nochmals verdeutlicht, dass die Reduktion eines solchen Konsums auch das Risiko für Kolorektalkrebs senken könne.
Die WHO kündigt an, dass Anfang des kommenden Jahres ein Expertenkomitee der WHO die neuen Erkenntnisse und deren Auswirkungen auf die allgemeinen Ernährungsempfehlungen bewerten wird. Dieses soll dann auch den genauen Stellenwert von verarbeitetem bzw. rotem Muskelfleisch im Kontext einer gesunden Ernährung definieren." http://www.medscapemedizin.de/artikelansicht/4904217_2

Also lauert dann weiterhin die "HAXE DES BÖSEN"?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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