Ärzte Zeitung online, 30.11.2015

Umweltagentur warnt

Gefährliche Luftverschmutzung in Europa

Die Europäische Umweltagentur schlägt Alarm: Die Luftverschmutzung ist in Deutschland für mehr als 70.000 Todesfälle im Jahr verantwortlich. Ihr Appell: Feinstaub, Ozon und Co. müssen bekämpft werden, da sie gefährlich für die Gesundheit der Bürger sind.

KOPENHAGEN. Zum Start des UN-Klimagipfels in Paris hat die Europäische Umweltagentur (EEA) vor der hohen Luftverschmutzung in Europa gewarnt.

Trotz politischer Anstrengungen sind die meisten Stadtbewohner demnach einer Luftverschmutzung ausgesetzt, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als unsicher einstuft, wie die EEA am Montag in Kopenhagen berichtete.

"Luftverschmutzung ist das größte einzelne Gesundheitsrisiko in Europa", hieß es in dem Bericht.

"Es verkürzt Menschenleben und trägt zu schweren Krankheiten wie Herzkrankheiten, Atemproblemen und Krebs bei." Luftverschmutzung sei 2012 für über 430.000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich gewesen.

Vorsicht vor Holzöfen

Gefährlichste Schadstoffe sind demnach Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid. Könnten alle 28 EU-Staaten die WHO-Richtwerte zu Feinstaub einhalten, könnte das die Zahl der vorzeitigen Todesfälle laut den Untersuchungen der EEA um 144.000 verringern.

Als problematisch stuft die Umweltagentur auch die hohe Konzentration von Benzopyren durch die Nutzung von Holzöfen und Biomasse ein.

In Deutschland waren Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid nach den Zahlen der EEA 2012 für rund 72.000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich. Die Belastung mit Stickstoffdioxid ist demnach im Ruhrgebiet besonders groß.

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist die Verschmutzung durch Feinstaub dagegen in den osteuropäischen Ländern am gefährlichsten.

Auf dem westlichen Balkan, in Ungarn und Italien leben die Menschen der EEA zufolge mit der größten Ozonbelastung.

Auf der Weltklimakonferenz in Paris, die vom 30. November bis 11. Dezember stattfindet, diskutieren die Teilnehmer über die Folgen des Klimawandels und Kindergesundheit. (dpa/eb)

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