Ärzte Zeitung, 06.09.2016

Kliniken in Großbritannien

Bloß keine Raucher und Adipöse!

LONDON. In Großbritannien haben Krankenhäuser damit begonnen, adipöse Patienten und Raucher nicht länger zu behandeln. Diese Art von Diskriminierung ist überaus kontrovers, scheint sich aber angesichts fehlender Gelder im Gesundheitsetat durchzusetzen.

Eine nordenglische Gesundheitsverwaltung kündigte am Wochenende öffentlich an, "demnächst" adipöse Patienten mit einem Bodymass-Index (BMI) von 30 oder höher routinemäßig für bestimmte Eingriffe wie Hüftgelenksoperationen abzulehnen.

Nur wenn der Patient mindestens zehn Prozent seines Körpergewichts abnimmt, wird ihm erlaubt, sich im staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) operieren zu lassen. Ohne Gewichtsreduktion muss er vor einer erneuten Anfrage ein Jahr warten. Unklar ist, ob nach einem Jahr ähnlich entschieden werden wird.

Auch Raucher in der Region North Yorkshire werden künftig nicht operiert, sofern die Op nicht lebensnotwendig ist und sofern sich der Raucher nicht zum Rauchstopp bereit erklärt.

Ähnlich wie bei Adipösen soll die neue Regelung zunächst für Eingriffe wie Hüftgelenks- und Knieoperationen gelten. Allerdings prüfen die Gesundheitsverwaltungen laut Medienberichten, auch andere Eingriffe auf die "Nur-für-Schlanke-und-Nichtraucher-Listen" zu setzen. (ast)

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