Ärzte Zeitung, 21.10.2013

Mehr Rohertrag

Apotheken auf dem Weg der Besserung

Um neun Prozent ist der Rohertrag der Apotheken im 1. Halbjahr 2013 gestiegen. Offenkundig sind die von vielen Pharmazeuten als mager empfundenen Zeiten vorbei.

BERLIN. Der anhaltend scharfe Rabattwettbewerb der pharmazeutischen Großhändler um die Gunst der Apotheker, die Anhebung des fixen Zuschlags pro abgegebener Packung auf 8,35 Euro (vormals 8,10 Euro) sowie ein zwischenzeitlich geringerer Kassenabschlag: All dies lässt bei den bundesweit mehr als 20.000 Offizinbetreibern die Kasse klingeln.

Wie das Branchenportal "DAZ.online" meldet, ist der Rohertrag (Umsatz minus Wareneinsatz) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um durchschnittlich neun Prozent gestiegen.

Das Portal beruft sich auf einen unveröffentlichten Quartalsbericht der Apothekervereinigung ABDA. Die Verbandsgeschäftsstelle wollte die Zahlen auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. In der Vergangenheit war der Apotheken-Rohertrag stetig gesunken.

Einschneidendster Faktor dürfte 2004 die heilmittelwerberechtlich gefasste, radikale Deckelung von Rabatten im Handel mit verschreibungspflichtigen Produkten gewesen sein. In jüngster Zeit wirkte sich besonders der GKV-Abschlag rohertragsmindernd aus sowie zeitweilig gesetzlich geforderte Rabatte des Großhandels, der den Apothekern daraufhin schlechtere Einkaufskonditionen gab.

Für das zweite Halbjahr rechnet die ABDA dem Bericht zufolge mit einer Stabilisierung der guten Entwicklung. Zwar wird der Kassenabschlag um 10 Cent angehoben. Gleichzeitig winkt den Offizinbetreibern mit der zum 1. August eingeführten Notdienstpauschale aber zusätzliches Einkommen.

Unterdessen setzt sich die Konsolidierung im Apothekenmarkt weiter fort. So sollen im 1. Halbjahr 151 Offizinen dicht gemacht haben. Mit bundesweit jetzt 20.770 öffentlichen Apotheken sei deren Anzahl auf dem niedrigsten Stand seit 1993, heißt es.

Dramatisch ist das jedoch nicht. Hinsichtlich der Apothekendichte liegt Deutschland unverändert nur leicht unter dem europäischen Mittel. (cw)

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