Ärzte Zeitung, 11.05.2016

Im Jahr 2014

Ausgabenrekord bei Forschung und Entwicklung

Laut Bundesbericht Forschung und Innovation verzeichnete Deutschland 2014 Rekordausgaben für Forschung und Entwicklung. Hauptnutznießer der staatlichen Förderung war der Gesundheitsbereich.

Von Matthias Wallenfels

BERLIN. Im Jahre 2014 wurde in Deutschland mit insgesamt 84 Milliarden Euro von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft so viel in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert wie nie zuvor.

Im Jahre 2014 wurde in Deutschland mit insgesamt 84 Milliarden Euro von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft so viel in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert wie nie zuvor.

57 Milliarden Euro davon entfielen auf die Wirtschaft, 14,2 Milliarden Euro auf die Bundesausgaben. Das geht aus dem am Mittwoch in Berlin vom Bundeskabinett verabschiedeten Bundesbericht Forschung und Innovation 2016 hervor.

Wie aus dem "Ergänzungsband I - Daten und Fakten zum deutschen Forschungs- und Innovationssystem" hervorgeht, war der Förderbereich Gesundheitsforschung und -wirtschaft mit mehr als 1,956 Milliarden Euro 2014 Spitzenreiter bei den Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung. 2016 verteidigt der Förderbereich seine Führungsposition mit veranschlagten knapp 2,229 Milliarden Euro.

Förderschwerpunkte mit medizinischer Relevanz sind der gesundheitliche und wirtschaftliche Verbraucherschutz mit FuE-Bundesausgaben von 178,2 Millionen Euro in 2014 (2016: 200,7 Millionen Euro) und der demografische Wandel, für den 2014 insgesamt 56,5 Millionen Euro FuE-Mittel ausgegeben wurden.

Für das laufende Jahr ist keine Förderung geplant. Einen Zuwachs um 2,1 auf 13,9 Millionen Euro für FuE-Ausgaben des Bundes verzeichnet der Förderschwerpunkt wehrmedizinische und wehrpsychologische Forschung.

Wankas Ministerium als Platzhirsch

Wie zu erwarten, entfielen bei den Aufwendungen für FuE über die Ressorts hinweg betrachtet 2014 mit knapp 8,459 Milliarden Euro die meisten Ausgaben in das Ministerium von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Für 2016 sind hier FuE-Ausgaben in Höhe von knapp 9,468 Milliarden Euro projektiert.

Dagegen muten die 175 Millionen Euro, die das Bundesgesundheitsministerium (BMG) 2014 für FuE ausgegeben hat, beinahe minimal an - für 2016 sind 184 Millionen Euro vorgesehen.

Der Bericht gibt auch Auskunft über die Ausgaben des Bundes für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung an Bundeseinrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben.

Bei den Einrichtungen mit medizinischer Relevanz verzeichnete das dem BMG unterstellte Robert Koch Institut mit 91,7 Millionen Euro die höchsten FuE-Mittel für 2014, 2016 sollen es 73,1 Millionen Euro sein. Das Paul-Ehrlich-Institut (2014: 14,9 Millionen Euro / 2016: 13,1 Millionen Euro), die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2,5 Millionen Euro / 800.000 Euro) sowie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (6,5 Millionen Euro / 4,1 Millionen Euro) stehen ebenfalls unter BMG-Aufsicht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung erhielt 2014 insgesamt 29,4 Millionen Euro Bundesmittel für FuE (2016: 17,3 Millionen Ezro). 15,8 Millionen Euro FuE-Ausgaben verzeichnete die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Jahr 2014, für 2016 sind 17,5 Millionen Euro veranschlagt.

Weitere FuE-Bundesmittelempfänger waren das Bundesamt für Strahlenschutz (6,4 Millionen Euro/7,8 Millionen Euro), das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr (zwei Millionen Euro/2,8 Millionen Euro), das Institut für Radiobiologie der Bundeswehr (1,5 Millionen Euro/gleichbleibend), das Schifffahrtsmedizinische Institut der Marine (800.000 Euro/300.000 Euro) sowie das Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe (1,2 Millionen Euro/1,4 Millionen Euro).

Rekordbeschäftigung bei FuE

2014 sind laut Bericht deutschlandweit mehr als 600.000 Menschen in FuE beschäftigt gewesen - ebenfalls ein Rekord. "Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel, um Lösungen für globale Herausforderungen zu finden, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu sichern", so Wanka.

Der alle zwei Jahre erscheinende Bundesbericht stellt die Prioritäten, Ziele und Strukturen der Forschungs- und Innovationspolitik Deutschlands dar.

Gleichzeitig antwortet die Bundesregierung mit diesem Bericht auf das aktuelle Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), das am 17. Februar der Bundeskanzlerin überreicht wurde. Darin forderte die EFI die Bundesregierung unter anderem auf, eine explizite Robotikstrategie zu entwickeln, wie sie andere Länder bereits haben.

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