Medizinprodukte

"Randomisierte Studien sind der Standard"

Das IQWiG hat Anträge für klinische Studien untersucht: Der RCT-Anteil ist höher als angenommen.

Veröffentlicht:

KÖLN/BERLIN. Der Anteil randomisierter, kontrollierter Studien (RCT) bei Medizinprodukten ist höher als bisher angenommen. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) hervor.

Das Institut hat im Rahmen seines Generalauftrags – also ohne konkret vom Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragt worden zu sein – eine Stichprobe von 122 Studienanträgen bei der Ethikkommission des Landes Berlin untersucht. Die Auswertung bezieht sich auf anonymisierte Antragsunterlagen, die dort zwischen März 2010 und Ende 2013 eingegangen sind.

Zu Beginn des Untersuchungszeitraums handelte es sich bei 63 Prozent der gestellten Anträge zu Therapiestudien um RCT. Bis 2013 war dieser Anteil kontinuierlich auf 86 Prozent gestiegen, berichtet das IQWiG. Parallel sei die Quote der Anträge, bei denen Studien ohne Vergleichsgruppe geplant waren, von 38 auf 14 Prozent gesunken. Stefan Sauerland, Ressortleiter Nichtmedikamentöse Verfahren im IQWiG, zeigte sich überrascht: "Dass RCT auch bei Medizinprodukten machbar sind, ist schon lange klar. Mittlerweile sind sie offenbar sogar der Standard", kommentiert Sauerland. Ganz überwiegend wurden RCT zu Medizinprodukten der höheren Risikoklassen III und IIb aufgelegt.

Allerdings sei unklar, ob die Berliner Stichprobe repräsentativ ist, da viele Medizinprodukte-Studien in den Schubladen der Antragssteller bleiben würden, so das IQWiG. Nach der EU-Medizinprodukteverordnung müssen spätestens 2020 die zentralen Ergebnisse von Studien veröffentlich werden. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Abgabehonorar

Apothekerpräsident Preis kündigt „Frühling der Proteste“ an

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant