Ärzte Zeitung, 26.11.2014

These zu angehenden Ärzten

Angst vor der Allgemeinmedizin

Warum lassen sich so wenige junge Ärzte als Hausärzte nieder? Weil sie Angst davor haben, glaubt der Gesundheitsweise Gerlach - und nennt eine weitere Ursache: Es fehlen Vorbilder.

Von Christian Beneker

Angst vor der Allgemeinmedizin

Blutdruckmessen - für angehende Ärzte kein Problem. Doch nach Meinung von Professor Gerlach fürchten viele die Verantwortung, die sie als Hausärzte übernehmen müssten.

© Rido / fotolia.com

HANNOVER. Angehende Ärzte fürchten die Allgemeinmedizin. Dieser Überzeugung zeigte sich Professor Ferdinand Gerlach, Direktor des Institutes für Allgemeinmedizin an der Universität Frankfurt und Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

"Viele junge Mediziner haben tatsächlich existenzielle Ängste", so Gerlach. Es ziehe sie deshalb nach dem Studium oft eher in den öffentlichen Dienst als in die Niederlassung, sagte Gerlach am Rande der Veranstaltung "Gesundheitsversorgung vor Ort zukunftsgerecht gestalten" in Hannover.

"Auf die Allgemeinmedizin bezogen fürchten sie die Breite des Faches und die Verantwortung, die sie übernehmen müssen, wenn ein Patient mit unspezifischen Kopf- oder Bauchschmerzen in die Praxis kommt", betonte Gerlach.

Zudem erlebten die jungen Mediziner im Studium zu wenige Vorbilder der Allgemeinmedizin. "Sie erleben stattdessen eine Supramaximalversorgung mit mehr als 80 verschiedenen Spezialisierungen und fast ausschließlich High-Tech-Medizin." D

adurch werde ihnen implizit vermittelt, "dass es vor allem diese Art der Medizin ist, die erstrebenswert ist. Dass die Rollenvorbilder fehlen, stellen wir nicht nur in der Allgemeinmedizin fest, sondern zum Beispiel auch bei konservativ tätigen Augenärzten."

Seminare und Mentoring-Gruppen sollen helfen

Nun habe man in Frankfurt, Heidelberg und Marburg universitär angebundene Kompetenzzentren zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin geschaffen. "Dort können wir solche Ängste abbauen", so Gerlach.

"Wir bieten Seminare und Mentoring-Gruppen, in denen junge Ärzte eine berufliche und auch emotionale Heimat finden und natürlich auch fachlichen Rückhalt", erklärte der Allgemeinmediziner.

"Wir sind sogar schon so weit, dass wir Studierende in die Planung von Gesundheitszentren mit einbeziehen. So können sie früh mitentscheiden, wie einmal ihre Praxis aussehen soll."

Gerlach zeigte sich überzeugt, dass eine gut vermittelte Allgemeinmedizin die Studierenden von dem Fach überzeuge, "weil es sich auf den ganzen Menschen richtet und nicht nur auf ein Organ, eine Krankheit oder eine Untersuchungsmethode".

"In der Allgemeinmedizin erleben die Studierenden keine DRG-getriebene Medizin, wo die Kollegen über die Klinikflure hechten, schlechte Laune haben und die Patienten in 6,3 Tagen durch die Behandlung schleusen müssen", ergänzte er.

Selbstverständlich brauche man Spezialisten. Aber solche Zustände würden von den Studierenden als "seelenlos" wahrgenommen. Die zuwendungsintensive Allgemeinmedizin dagegen, bei denen eine Langzeitbeziehung zu Patienten entsteht, habe "in der Wahrnehmung vieler Studenten inzwischen Top-Noten."

[29.11.2014, 23:03:11]
Dr. Thomas Leßmann 
Regress
Berechtigte Regressangst ist ein wesentlicher Abschreckunggsfaktor vor der Niederlassung als Hausarzt. Die Politik konnte hier durch Nebelkerzen ("Beratung vor Regress") nichts bewirken. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß potentielle Hausarztkandiidaten in der Weiterblidung zur Allgemeinmedizin entsetzt sind, wenn sie mitbekommen, mit welchem Aufwand an Kraft und Nerven Regressverfahren verbunden sind. Sie entscheiden sich dann für die sichere Variante, eine spezialisierte Weiterbildung in dr Klinik. Die Folge sind ausscheidende Hausärzte ohne Nachfolger, sprich freie Arztsitze. . Eine Kollegin von mir stammt aus einer Artzfamilie. Sie hat die dauernde Regressbedrohumg ihres als niedergelassenen Arzt tätigen Vaters als das Lebensgefühl ihrer Kindheit bestimmenden Alptraum empfunden. Zu einer Anstellung in der Niederlassungi ist sie deshalb nach entsprechenden Vereinbarungen bereit. zum Beitrag »
[27.11.2014, 14:44:01]
Dr. Rüdiger Storm 
Dumpingmedizin
"S o r g e n haben die jungen Kolleginnen und Kollegen, wie sie 3 Monate lang eine Rund-um-die-Uhr-Hausarzt-Medizin für den Preis und damit ihren Praxisumsatz gestalten sollen, der dem eines einmalig-einfachen Friseurbesuchs oder einer einzigen Arbeitsstunde in eine Billig-Autowerkstatt entspricht? Wie sie investieren, Mitarbeiter/-innen bezahlen, die EDV finanzieren, Bürokratie vor und nach der Niederlassung bewältigen, eine Praxis einrichten, in Geräte investieren, Miete, Neben- und Sachkosten, Gebühren, Abgaben, Steuer(-beratung) und Versicherung bezahlen, Fortbildung, Personalentwicklung, Dokumentation, Archivverwaltung, Investitionen und Abschreibungen machen und nebenbei auch noch ratsuchenden Patienten zuhören sollen?"

Ich glaube dieser Abschnitt des Kollegen Schätzler bringt es auf den Punkt.
Solange sich die Wertschätzung der hausärztliche Arbeit in einer Art Dumpingmedizin mit latenter permanenter Regressandrohung ausdrückt, wird man den ärztlichen Nachwuchs nicht für diese breite Medizin begeistern.
Insbesondere Pat. mit hohem Betreuungsaufwand mit multiplen Besuchen in der Sprechstunde führen da schnell mal ins wirtschaftliche aus.
Der Zeitaufwand wird geradezu lächerlich gering honoriert.

Keinen Anwalt wird sich für seine Erstberatungsgebühr gerne mehrmals in seiner Kanzlei zum Gespräch breitfinden. Diese liegt deutlich höher als bei Erstkonsultation des HA, technische aufwendige Geräte müssen dort natürlich nicht vorgehalten werden. Schulung und Wartung gibt es dadurch auch nicht.

Das Maßstäbe sind völlig verrutscht.
 zum Beitrag »
[26.11.2014, 17:08:48]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Fürchtet Euch nicht vor Kopf- oder Bauchschmerzen" !
"Auf die Allgemeinmedizin bezogen fürchten sie die Breite des Faches und die Verantwortung, die sie übernehmen müssen, wenn ein Patient mit unspezifischen Kopf- oder Bauchschmerzen in die Praxis kommt", so Prof. F. Gerlach als Direktor des Institutes für Allgemeinmedizin Uni Frankfurt und Vorsitzender des Sachverständigenrates.

Lieber Kollege Gerlach, wenn es nur um "Kopf- oder Bauchschmerzen" ginge, wäre Ihr Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" völlig überflüssig. Sie belegen damit, dass unser hausärztlich-humanmedizinisches "Kerngeschäft" mit Anamnese, Untersuchung, Differenzial-Diagnose, Beratung, multidimensionaler interventioneller bzw. konservativer Therapie, Begleitung u n d Palliation in der vertragsärztlichen Hausarzt-Praxis nicht nur von Politik, Medien und Öffentlichkeit, sondern auch von der e i g e n e n Zunft dissimulierend falsch, beschönigend und beschwichtigend eingeschätzt wird.

A n g s t haben die jungen Kolleginnen und Kollegen eher wegen der vom Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) beschriebenen zigtausend Krankheitsentitäten nach der "International Classification of Diseases", dass sie keine folgenschweren Fehler machen: Der ICD-Diagnosen-Thesaurus Version 4.0 beschreibt ca. 31.200. Die aktuelle Version des ICD-10 GM 2014 listet in seiner Systematik ca. 13.400 endständige Kodes auf und verfügt in seinem ICD-10 Alphabet über ca. 76.900 Einträge (https://www.dimdi.de/static/de/klassi/faq/icd-10/allgemein/faq_0008.htm_319159480.htm).

S o r g e n haben die jungen Kolleginnen und Kollegen, wie sie 3 Monate lang eine Rund-um-die-Uhr-Hausarzt-Medizin für den Preis und damit ihren Praxisumsatz gestalten sollen, der dem eines einmalig-einfachen Friseurbesuchs oder einer einzigen Arbeitsstunde in eine Billig-Autowerkstatt entspricht? Wie sie investieren, Mitarbeiter/-innen bezahlen, die EDV finanzieren, Bürokratie vor und nach der Niederlassung bewältigen, eine Praxis einrichten, in Geräte investieren, Miete, Neben- und Sachkosten, Gebühren, Abgaben, Steuer(-beratung) und Versicherung bezahlen, Fortbildung, Personalentwicklung, Dokumentation, Archivverwaltung, Investitionen und Abschreibungen machen und nebenbei auch noch ratsuchenden Patienten zuhören sollen?

F u r c h t wegen einer dilettierenden Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die einen stigmatisierenden "Hausarzt-EBM" geschaffen hat: "Ab 1200 Behandlungsfällen gibt's mehr Honorar! - Ein Patient mehr kann einem Arzt rund 1700 Euro Honorar pro Quartal einbringen: Praxen mit über 1200 Behandlungsfällen erhalten mit dem neuen EBM einen 10%igen Aufschlag auf die Vorhaltepauschale....für kleine Praxen mit weniger als 400 Scheinen, die einen Abschlag von 10 % auf die Vorhaltepauschale hinnehmen müssen. Statt 14 Euro erhalten sie bis zum 400. Patienten nur 12,60 Euro" (http://www.medical-tribune.de/home/fuers-praxisteam/artikeldetail/ebm-ab-1200-behandlungsfaellen-gibt-s-mehr-honorar.html).

P a n i k vor Bundes- und Landesärztekammern, die vom Marburger Bund (mb) majorisiert werden, welcher ausschließlich die Interessen seiner angestellten und beamteten Ärzte verfolgt und damit k e i n e r l e i Interesse an Verbesserung der Bedingungen ausgerechnet bei freiberuflich niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zeigen kann. Im Gegenteil: Die eigenen mb-Tarifabschlüsse würden gemindert, wenn die Freie Praxis attraktiver würde. Deshalb auch seit 5 Jahren keinerlei Verhandlungsabschlüsse zu einer n e u e n Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), deren Systematik vom 16.4.1987 (BGBl. I, S. 1218) mit Punktwert-Anhebung in 31 Jahren (1983-2014) um ganze 14 % bei einem kalkulatorischen Punktwert von 10 (1983), 11 (1988) und 11,4 Pfennige (1996) stammt.

A b s c h e u gegenüber einer Bundesregierung, die mit kaum zu überbietender Dreistigkeit im Entwurf eines „Präventionsgesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) schreibt: "Die ärztliche Präventionsempfehlung ... stellt für die Krankenkassen eine wichtige Grundlage für die Entscheidung über die Gewährung von Leistungen zur primären Prävention im Individualfall dar". Und weiter: "Dafür erhalten die Ärzte kein zusätzliches Honorar – ihnen entstehe als vertraglichen Leistungserbringern kein zusätzlicher Erfüllungsaufwand". Ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass dies zusätzliche Mehrarbeit mit bedarfs-, krankheits- und versorgungs-adaptierten ä r z t l i c h e n Untersuchungs- und Diagnosemaßnahmen bedeutet.

Im Idealfall ist die familienorientierte, hausärztliche Allgemeinmedizin allerdings i n h a l t l i c h äußerst spannend: Biografisch begleitend im anamnestisch-untersuchenden, diagnostisch-therapeutischen Prozess von der Prävention über Intervention zur Palliation. "Von der Wiege bis zur Bahre" sozusagen, geht es um Soziale Familien-Medizin im weitesten Sinne, um Krankheitserkennung, Verhütungs-, Versorgungs- und Bewältigungsstrategien im Generationenverlauf.

Alles natürlich qualitätsgesichert, monitorisiert, kategorisiert, qualifiziert, quantifiziert, validiert, evaluiert und publiziert, aber keineswegs angemessen monetarisiert. Extrapoliert wird hier übrigens auch: Schätzungsweise 80-85 Prozent aller Beratungsanlässe werden auf der hausärztlich-allgemeinmedizinisch-internistischen Ebene gelöst. Fach- und spezialärztliche Konsultationen, Interventionen, stationär-klinische Versorgung vom regionalen Kreiskrankenhaus bis zum Fach-, Schwerpunkt-, Hochleistungs- und Universitäts-Klinikum sind in der erlebten und gelebten medizinischen Versorgung unserer Patientinnen und Patienten durchaus gerechtfertigte, aber seltenere biografische Ereignisse.

Was hatte die Allgemeinmedizin für mich persönlich zu bieten? Adrenogenitales Syndrom (vom Kollegenvater nicht erkannt), Turner-XO-Syndrom, Borrelien-Monarthritis beim 4-jährigen Kind durch Punktion diagnostiziert, agitierte wahnhafte Psychose (von Radiowellen verfolgt) mit blutigem Faustschlag in mein Gesicht beim Verlassen der Praxis, frühzeitige Endokarditis- und Myokarditisdiagnosen, Soforttherapien bei dekompensierter Herzinsuffizienz und Lungenödem, ebenso bei Gallen-, Nierenkoliken und akuten Gichtanfällen.

Frühe Primärdiagnosen bei Hodgkin-, Non-Hodgkin- und anderen Lymphomen bzw. Leukämien (ich hatte selbst 2000 und 2007 ein kombiniert hoch- und niedrig-malignes NHL mit initialer Hochdosis-Chemotherapie, autologer Stammzelltransplantation und späterer retroperitonealer OP und Chemo mit Rituximab), Zyklothymiediagnostik, Depressionen mit/ohne erfolgreiche Suizidprävention, Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen, HIV-Infektion mit primär pulmonaler Hypertonie als Primärdiagnostik, Osteosarkom (ein Fall mit Hemipelvektomie in der UK Münster) und Knochenmetastasen bei unbekannten Primärtumoren.

Psychiatrische Dekompensation nach medikamentösem Raucherentzug, Depersonalisation nach wenigen "Ecstasy"-MDMA-Tabletten, wahnhafte Psychose nach Lariam®-Einnahme mit "Tanz" auf einer viel befahrenen Schnellstraße. Akut-Neuraltherapie bei orthopädischen Wirbelsäulenblockierungen mit segmentalen Infiltrationen der kleinen Wirbelgelenke und „Wunderheilungen“ zwischen die-Praxistreppe-Hochkriechen und völliger Bewegungs- und Belastungsfähigkeit. Nicht zu vergessen, die palliative "bed-side" Begleitung bis zum Tod bei dekompensierter Herzinsuffizienz, vielen Bronchialkarzinomen, Pleuramesotheliomen, HIV-Infektion mit pulmonaler Hypertonie, Ovarialkarzinomen, Peritonealkarzinosen, Prostatakarzinomen, um nur einiges zu nennen.

Von Impf- und Reisemedizin, Diabetes, KHK, Hypertensiologie, MS, Orthopädie, HNO, Dermatologie, früher Infarktdiagnostik, Kontrazeptions- und Konzeptions-(Kinderwunsch-)Beratung will ich gar nicht erst anfangen. Ein besonders spektakulärer Fall blieb klinisch-ambulanter Gesprächsstoff: Ein Gastprofessor der hiesigen Dortmunder Universitäten, aus dem ost-asiatischen Partnerland gerade eingeflogen, wurde von seinen Studenten in präfinaler Urämie kaum ansprechbar in meine Praxis getragen. Verständigung nur in Englisch mit asiatischem Akzent. Seine Flugreise war bei einem Serum-Kreatinin von 13 mg% noch ärztlich befürwortet worden. Er wurde telefonisch sofort auf der Intensivstation in einer befreundeten Klinik avisiert und traf dort notfallmäßig mit einem Kreatinin von 18 mg% ein. Eine sofortige Peritoneal-Dialyse rettete ihm das Leben. Am Folgetag war er wieder ansprechbar und ist mit regelmäßiger Nierendialyse wieder an seiner Heimatuniversität aktiv.

Deshalb, und nur deshalb setzt ich mich so für Ausbildung, Qualität, Wahrnehmung, Anerkennung, Respekt, Honorierung in der h a u s ä r z t l i c h e n Sache mit viel Transpiration, Achtsamkeit und hoffentlich ausreichender Inspiration ein. Das mag manchmal arrogant, überheblich, besserwisserisch und unduldsam klingen. Aber familienorientierte, hausärztliche Allgemeinmedizin, Innere, Pädiatrie bzw. in Teilen auch Gynäkologie und Geburtshilfe sind i n t e g r a l e r Bestandteil des Medizinstudiums und Staatsexamens.

An konkurrierenden Fachdisziplinen orientierte Spartenmedizin wird von der Realität konterkariert: Viele der später im Berufsfeld ambulante Medizin dann überhaupt noch ärztlich Tätigen werden über kurz oder lang in der Grundversorgung von Allgemeinmedizin und verwandten Fächern landen. Deswegen auch die DEGAM-Forderung nach einem Pflichtquartal in der Allgemeinmedizin. Es bedeutet zudem ökologisch wie ökonomisch optimale Ausnutzung vorhandener Ausbildungs-Ressourcen in der gesamten Humanmedizin.

An Herrn Prof. Dr. med. Ferdinand Gerlach, den ich persönliche sehr schätze: Ängste, die sie bei den jungen Ärzten postulieren, sind auch die Ängste der Anderen: Dass diese als potenzielle Patienten gar keine Helfer mehr finden werden, die sich als Angehörige der Heil- und Pflegeberufe i n s g e s a m t im Akut- und Notfall wirklich um sie kümmern möchten bzw. hoch motiviert sind: Helfen, Heilen, Lindern und Schützen!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
[26.11.2014, 15:46:14]
Dr. Thomas Leßmann 
Regress
Berechtigte Regressangst ist ein wesentlicher Abschreckunggsfaktor vor der Niederlassung als Hausarzt. Die Politik konnte hier durch Nebelkerzen ("Beratung vor Regress") nichts bewirken. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß potentielle Hausarztkandiidaten in der Weiterblidung zur Allgemeinmedizin entsetzt sind, wenn sie mitbekommen, mit welchem Aufwand an Kraft und Nerven Regressverfahren verbunden sind. Sie entscheiden sich dann für die sichere Variante, eine spezialisierte Weiterbildung in dr Klinik. Die Folge sind ausscheidende Hausärzte ohne Nachfolger, sprich freie Arztsitze. . Eine Kollegin von mir stammt aus einer Artzfamilie. Sie hat die dauernde Regressbedrohumg ihres als niedergelassenen Arzt tätigen Vaters als das Lebensgefühl ihrer Kindheit bestimmenden Alptraum empfunden. Zu einer Anstellung in der Niederlassungi ist sie deshalb nach entsprechenden Vereinbarungen bereit. zum Beitrag »
[26.11.2014, 14:08:49]
Christian Papageorgiou 
Realitätsfremd
Für die "zuwendungsintensive Allgemeinmedizin" habe ich pro Patient etwa 5-7 Minuten Zeit.Der Andrang akut erkrankter und unangemeldeter Patienten wird immer grösser und ist kaum noch zu bewältigen.Kein Wunder,werden doch mehr und mehr Patienten in anderen Praxen mit den Worten: "Gehen Sie zum Hausarzt" weggeschickt.
Eigentlich bin ich so eine Art "Hausnotarzt" geworden.
Die existentiellen Ängste sind mehr als berechtigt,ich kenne sie gut.
Wie soll man etwas planen,wenn man bei gleichbleibender Arbeit auf einmal jedes Jahr 20% weniger Gehalt hat?
Wenn alles so rosig ist,wie es einige sehen wollen,sollen sich junge Kollegen und Kolleginnen doch mal schriftlich von der zuständigen KV garantieren lassen,dass sie bei gleichbleibender Scheinzahl auch ein garantiertes Mindesteinkommen behalten!
Dies wird keine KV unterschreiben... zum Beitrag »
[26.11.2014, 11:31:56]
Dr. Christian Schulze 
Genau ins Schwarze getroffen!
Ergebnisorientierte Medizin. Zufriedene Patienten, viel Zuspruch und Anerkennung bei Fallwerten von 78 Euro z.B. bei uns. So sieht die Realität aus. Eine gut organisierte Praxis mit Problemlöseansatz und Zuwendung und Teamwork mit dem Patienten, das ist edel und einzigartig und man kann damit zwei Dinge erreichen, die das Leben bereichern:
1. Zufriedenheit mit der Arbeit!
2. ein sehr ausgewogenes Einkommen!
und vorallem kann man sich selbst verwirklichen und sich genau die Patienten aussuchen, die zu einem passen, mit denen man erfolgreich zusammen arbeiten kann. Passt das nicht, ist man ja zu nichts verpflichtet und kann das Verhältnis auch aufgeben. Ohne gemeinsame Basis hat es ohnehin wenig Sinn "ärztlich zu handeln" wie Prof. Hoppe es einst umschrieb! zum Beitrag »
[26.11.2014, 08:51:38]
Jörg Dähn 
Selten so gelacht!
2In der Allgemeinmedizin erleben die Studierenden keine DRG-getriebene Medizin, wo die Kollegen über die Klinikflure hechten, schlechte Laune haben und die Patienten in 6,3 Tagen durch die Behandlung schleusen müssen"

Ne, da müssen die dann für 38 Euro RLV pro Quartal 40-100 Patienten pro Tag durch die Praxis schleusen . . . Kennt der Herr Gerlach die Arbeitsbedingungen nicht oder blendet er sie bewusst für diese Propagandalügen zur Allgemeinmediziner-Gewinnung aus? Oder sitzt er so hoch im universitären Elfenbeinturm, dass er das gar nicht mitbekommt? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »