Ärzte Zeitung, 23.03.2015

Schleswig-Holstein

Praxis-Nachfolge ist noch kein Problem

Die derzeit aus der ambulanten Versorgung ausscheidenden Ärzte in Schleswig-Holstein finden aller Regel noch einen Nachfolger. Das belegen Zahlen der KV.

BAD SEGEBERG. Insgesamt haben von Mitte 2012 bis Jahresanfang 2015 in Schleswig-Holstein 401 Ärzte eine Zulassung übernommen.

Die aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung zeigen, dass die derzeit aus der ambulanten Versorgung ausscheidenden Ärzte in aller Regel noch einen Nachfolger finden.

Das Erfreuliche an dieser Entwicklung ist: Viele von ihnen werden voraussichtlich noch Jahrzehnte praktizieren, denn eine ganze Reihe von ihnen sind noch keine 40 Jahre alt.

Insgesamt gibt es nach Angaben der KVSH 5073 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein. Ein schon in den vergangenen Jahren erkennbarer Trend hat sich weiter fortgesetzt: Es gibt immer mehr angestellte Ärzte in der Niederlassung. Ihre Zahl wuchs innerhalb eines Jahres von 689 auf 861.

Die KV begrüßt diese Entwicklung, weil aus angestellten Ärzten später oft auch Praxisinhaber werden. Diese Möglichkeit des "sanften Einstiegs" wählt inzwischen auch durchaus eine nennenswerte Zahl.

Unter den 401 neu niedergelassenen Ärzten waren 66, die zuvor im Angestelltenverhältnis in der ambulanten Versorgung gearbeitet hatten.

Geringere Versorgungsleistung

Die hohe Zahl der angestellten Ärzte führt allerdings auch dazu, dass mehr Ärzte nachfolgen müssen als tatsächlich ausscheiden.

Denn die Arbeitszeit und damit auch die Versorgungsleistung der selbstständig tätigen Ärzte ist in aller Regel höher als die von angestellten Ärzten. Hinzu kommt, dass die Hälfte der angestellten Ärzte nur in Teilzeit beschäftigt ist und damit weniger als acht Stunden arbeitet.

Von den angestellten Ärzten sind 55 Prozent weiblich, 49,5 Prozent davon arbeiten Vollzeit. Die meisten von ihnen (579) sind fachärztlich tätig, 250 arbeiten hausärztlich und 32 sind Psychotherapeuten.

Hausarzt-Teilnahmequote moderat

Unter den Hausärzten ist die Teilzeitquote bisher noch moderat (31,6 Prozent, das entspricht 79 Ärzten), bei den Fachärzten ausgewogen (57,2 Prozent, 331 Ärzte) und bei den Psychotherapeuten ist sie auffallend hoch (78 Prozent, 25 Ärzte).

Die vorgelegten Zahlen der KVSH widersprechen im Übrigen der landläufigen Meinung, dass sich in erster Linie Frauen für die Teilzeitbeschäftigung interessieren - dieses Verhältnis ist in Schleswig-Holstein nahezu ausgewogen. (di)

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