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Modul: Eine migrationsmedizinische Herausforderung? Die ambulante Versorgung Geflüchteter

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Ärzte Zeitung online, 04.09.2015

Kinderärzte mahnen

Flüchtlinge müssen gezielter versorgt werden

Um Flüchtlinge besser medizinisch versorgen zu können, fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte dringend ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

BERLIN. Zur besseren medizinischen Versorgung von Flüchtlingen fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) dringend ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

Impfaktionen, Krankenversicherungskarten und sogenannte Laufzettel, auf denen Untersuchungen dokumentiert werden, gebe es bislang nur punktuell, sagte Verbandspräsident Dr. Wolfram Hartmann der Deutschen Presse-Agentur.

Er sieht deshalb "erhebliche Probleme" bei der Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge, von denen hierzulande im laufenden Jahr mindestens 800.000 erwartet werden.

Hartmann berichtete, nach der "Tortur" ihrer Flucht unter unhygienischen Bedingungen kämen viele Kinder mit Erkrankungen wie Durchfall an. Dahinter könne etwa die Ruhr stecken. Bedenklich sei zudem, dass vielen Ärzten das Wissen über Tropenkrankheiten fehle.

Nicht fit sei man auch bei in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr auftretenden Krankheiten wie Polio. "Wir müssten flächendeckend für Ärzte Fortbildungen haben, damit sie Gefahren erkennen können", sagte er.

Grüttner: Besondere Herausforderungen für Ärzte

Dass auf Ärzte, insbesondere auf Kinder- und Jugendärzte, mit dem anhaltenden Flüchtlingsstrom nach Deutschland besondere Herausforderungen zukämmen, betonte der hessische Sozialminister Stefan Grüttner bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der 111. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in München.

So müsse zum Beispiel frühzeitig verhindert werden, dass alte und hierzulande längst vergessene Kinderkrankheiten wieder aufflackerten.

Bei ganz neuen oder bereits bestehenden Erkrankungen müssten für die neu ankommenden Familien mit Migrationshintergrund zum Teil vollkommen neue Behandlungsoptionen ausgelotet werden, sagte Grüttner. (dpa/ras)

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