Ärzte Zeitung, 13.10.2015

Kommentar zur Flüchtlingsversorgung

Drückeberger-KV?

Von Helmut Laschet

Die Welle der Hilfsbereitschaft und das Ausmaß ehrenamtlichen Engagements bei der Versorgung von Flüchtlingen kontrastiert in geradezu frappierender Weise zur Hilflosigkeit und Schwerfälligkeit der staatlichen Administration.

Das gilt auch für die medizinische Versorgung: Vor Ort haben Ärzte und andere Gesundheitsberufe längst die Initiative ergriffen - und helfen, wo Not am Mann ist. Es ist vernünftig, dass auch Kassenärztliche Vereinigungen, wie zum Beispiel in Hessen, aber auch in anderen KVen, ihren Sachverstand einbringen und versuchen, die Versorgung zu strukturieren.

Nur auf den ersten Blick verständlich erscheint es, dass nach Thüringen nun auch die KV Hessen versucht, die Herausforderungen der Flüchtlingsversorgung als Grund vorzuschieben, die gesetzlich vorgesehene Einrichtung von Terminservice-Stellen auf die lange Bank zu schieben.

Tatsächlich ist der Aufbau von Terminservice-Stellen eine administrative Aufgabe, die zunächst einmal nicht ärztliche Kapazität beansprucht. Die könnte aber vom Versorgungsbedarf der Flüchtlinge durchaus stärker in Anspruch genommen werden.

Und das heißt: Bei knapperen ärztlichen Ressourcen wird dringlicher denn je eine kompetente Priorisierung benötigt.

Lesen Sie dazu auch:
Wegen Flüchtlingsversorgung: Terminservice verschieben!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »