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Modul: Eine migrationsmedizinische Herausforderung? Die ambulante Versorgung Geflüchteter

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Ärzte Zeitung, 06.11.2015

Kritik des BVKJ

Flickenteppich bei Versorgung von Flüchtlingen

BAD ORB. Um die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingskindern, die noch nicht amtlich erfasst sind, ist es schlecht bestellt. "Manche noch nicht registrierte syrische Kinder leben bis zu zwei Monaten in Zelten und haben so keinen rechtlichen Anspruch auf medizinische Versorgung", sagte Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) beim Herbstkongress der Pädiater in Bad Orb.

Die einzige Möglichkeit, eine Grundversorgung aufrecht zu erhalten, bestehe für die Ärzte darin, in die Flüchtlingsunterkünfte zu gehen und dort ohne Entgelt zu behandeln.

Es sei untragbar, dass bei den bereits erfassten Flüchtlingskindern auch in großen Städten die Betreuungsmöglichkeiten je nach Bezirk völlig unterschiedlich seien.

Je nach Haushaltslage und den regionalen Gegebenheiten stelle sich die Versorgungssituation zum Beispiel in Berlin-Spandau ganz anders dar als etwa in Neukölln. Fegeler: Dieser Flickenteppich ist auf Dauer für alle ein unhaltbarer Zustand."

Gravierend sei es für die Flüchtlingsfamilien, dass sie im Falle einer Überweisung zum Beispiel an einen Facharzt erneut eine Extra-Karte beantragen müssten.

Die Forderung des BVKJ nach Ausgabe einer Chipkarte für alle Flüchtlingskinder müsse auch deshalb rasch umgesetzt werden. Nur dann könne gewährleistet werden, dass Flüchtlingskinder ein Anrecht auf alle altersgemäßen Impfungen haben, was derzeit nicht der Fall ist.

Zeitnah müsse schließlich auch eine Strategie gefunden werden, wie die zumeist stark traumatisierten Kindern behandelt und betreut werden können. Ansonsten drohe die Gefahr, dass sich psychische Krankheiten manifestieren und dann erst recht eine massive Kostenwelle auslösen. (ras)

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