Ärzte Zeitung online, 20.11.2015

Pflege-Fachkräftemangel

Pilotprojekt für Flüchtlinge

STUTTGART. Um dem Fachkräftemangel unter anderem in der Altenpflege effektiv zu begegnen, setzen Pilotprojekte im Landkreis Böblingen auf Ausbildungsangebote für Flüchtlinge.

Zehn bis zwölf neue Auszubildende in der Pflege werden nach Angaben des Diakonischen Werkes Württemberg bis zum Herbst 2016 ihre Praxisstellen in den fünf Häusern der Samariterstiftung in und um Leonberg finden.

Das Ausbildungsprojekt umfasse die zweijährige Altenpflegehelferausbildung für Migranten und weitere zwei Jahre Ausbildung zur Altenpflegefachkraft. Eine Sprachqualifizierung bis Niveau B2 und Praktika ergänzten das Ausbildungspaket. Der landeskirchliche Diakoniefonds unterstütze das Projekt finanziell. (maw)

[25.11.2015, 16:58:32]
Kurt-Michael Walter 
Eine Chance für Arbeitsmigranten?

Im obigen Beitrag stört der Begriff "Flüchtlinge". Deutlich wird dies im dritten Absatz: "Das Ausbildungsprojekt umfasse die zweijährige Altenpflegehelferausbildung für MIGRANTEN ...", d. h. in der Regel sind dies Langzeitarbeitslose, ausgestattet mit staatlichen Zuschüssen, die dem Ausbildungsträger von der Arbeitsagentur zugewiesen werden.

Also Richtig wäre deshalb: "Pilotprojekte für Migranten"!

Das ist aber keine neue Entwicklung, das machen seit einigen Jahren schon fast "Alle" in der Pflegebranche.

Im Übrigen: Damit lässt sich der Fachkräftebedarf in der Altenpflege nicht decken! Notwendig wäre ein modernes Berufsausbildungssystem und ein leistungsgerechtes Entlohnungs- und Arbeitssystem mit systembedingten beruflichen Aufstiegschancen.

Nebelkerzen wie "Pilotprojekte für Flüchtlinge" verwirren und sind wenig dienlich in der aktuellen Flüchtlingsdebatte.




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