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Thüringen

Zu wenige Therapieplätze für Flüchtlinge

Veröffentlicht:

ERFURT. In Thüringen haben mangels Behandlungsmöglichkeiten nur sehr wenige traumatisierte Flüchtlinge die Chance auf eine professionelle Therapie.

Derzeit würden rund 175 Menschen aus 23 Ländern behandelt, sagte die Leiterin des Thüringer Behandlungszentrums für traumatisierte Flüchtlinge "Refugio", Anne Tahirovic. Der Bedarf sei weitaus höher. Zugleich fehle es an einer qualifizierten frühzeitigen Traumadiagnostik in den Erstaufnahmeeinrichtungen.

Vor allem in den kurzfristig eingerichteten Einrichtungen habe das Personal teilweise kaum Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit. Zudem seien Land und Kommunen voll mit der Suche nach Unterkünften und der Verteilung der Asylbewerber beschäftigt. "Da ist die Gefahr groß, dass ein Großteil der psychischen Folgeschäden bei Flüchtlingen unentdeckt bleibt", sagte Tahirovic.

Als traumatisiert gilt nach unterschiedlichen Studien etwa ein Drittel bis die Hälfte der nach Deutschland kommenden Asylsuchenden. Unter posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen oder Angststörungen leiden den Experten zufolge vor allem Bootsflüchtlinge, Folteropfer und Opfer sexueller Gewalt.

"Refugio" wird aus Geldern des Landes, des Bundes, der EU und UN-Institutionen finanziert und betreut vor allem Flüchtlinge im Raum Jena, Erfurt, Weimar und Gera.

Die Flüchtlinge kommen dazu in das Beratungszentrum nach Jena, wo ihnen in den Gesprächen mit den Therapeuten Dolmetscher zur Seite stehen. In Nord- und Südthüringen sei die Versorgung wegen schlechter Zug- und Busverbindungen und langer Anfahrtswege schwierig. (zei)

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