Flüchtlinge

Leishmaniose könnte häufiger werden

Viele Flüchtlinge kommen aus Ländern, in denen die Leishmaniose endemisch ist.

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MANNHEIM. Hauterkrankungen gehörten zusammen mit Erkrankungen der Atemwege zu den häufigsten akuten Anlässen ärztlicher Untersuchungen bei Migranten, sagte Professor Esther von Stebut-Borschitz von der Universitätshautklinik Mainz beim Internistenkongress in Mannheim.

Eine als Reisedermatose bekannte, bislang seltene Infektion werde vermutlich ebenfalls häufiger werden, die Leishmaniose. Denn viele Flüchtlinge kämen aus Hauptendemiegebieten. Es gibt kutane Leishmaniosen der "Alten" und der "Neuen Welt", mukokutane und viszerale Formen - mit jeweils unterschiedlicher Dominanz der Spezies.

"Fast die Hälfte der Asylsuchenden kommt aus Ländern, in denen vor allem die kutane Leishmaniose endemisch ist, nämlich Syrien, Afghanistan, Irak und Pakistan", so die Dermatologin. Die Protozoen werden durch Sandmücken übertragen, die Inkubationszeiten betragen - je nach Leishmanien-Spezies - Wochen bis Monate.

Der Verlauf hänge vom Erreger und dem Immunstatus der Patienten ab. Rote Papeln, die sich zu Plaques oder Knoten entwickeln, ulzerieren und sich bakteriell infizieren können, seien Symptome, so von Stebut-Borschitz.

Für die Therapiewahl entscheidend sei die Bestimmung der Spezies: durch ein Speziallabor möglichst an einem Hautbiopsat vom Ulkusrand. Patienten mit einfachen Läsionen oder mit Kontraindikationen für eine systemische Therapie könnten lokal behandelt werden, zum Beispiel mit Antimonpräparaten.

Bei Patienten mit komplexen Läsionen (Anzahl > 3, Größe > 40 mm, kosmetisch und funktionell bedeutsam), mukokutanen Verlaufsformen, rezidivierter oder disseminierter Erkrankung oder Infektionen mit dem Subgenus viannia oder mit L. amazonensis seien systemische Therapien zu erwägen.

Azole, Miltefosin, liposomales Amphotericin B und pentavalente Antimonate seien Mittel der Wahl. Eine S2-Leitlinie werde zur Zeit aktualisiert. (nsi)

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