Ärzte Zeitung, 30.08.2016

Niedersachsen

Neue Hilfsangebote für traumatisierte Flüchtlinge

Auch in der dünn besiedelten Region Cuxhaven bietet ein Projekt jetzt psychologische Sprechstunden für Flüchtlinge an.

CUXHAVEN. Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge kommt jetzt auch in die dünn besiedelte Region Cuxhaven an der Nordseeküste. Das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. (NTFN) kooperiert dazu mit dem MVZ Timmermann und Partner in Cuxhaven .

Der Name des Projekts: "Morgenröte". Neben Göttingen und Celle ist Cuxhaven die dritte Außenstelle, in der eine offene psychologische Sprechstunde angeboten wird.

40 Prozent der Flüchtlinge sind traumatisiert

Im Rahmen des Projektes bietet die Psychologin Claire Hofrichter einmal wöchentlich in Cuxhaven die psychologische Sprechstunde an. "Aber dieses Angebot ist nicht ärztlich oder therapeutisch", betont Hoffrichter. "Sondern die Klienten kommen im Rahmen von Kriseninterventionen zu mir."

Im Gespräch soll geklärt werden ob und im Zweifel welcher therapeutische Weg eingeschlagen werden muss. "Viele der infrage kommenden Flüchtlinge sind bei den drei Ärzten des MVZ in Behandlung."

40 Prozent der Flüchtlinge sind traumatisiert, so die NTFN in Hannover. Hier hat bereits seit einem Jahr eine Beratungsstelle geöffnet.

Zwei bis zehn Hifesuchende in der Woche

"Die Flüchtlinge leiden an Verlustängsten und dem Mangel an Sicherheit, an Depressionen oder Angststörungen", sagt Karin Loos, Geschäftsführerin des NTFN, zur "Ärzte Zeitung."

Die Mitarbeiter versuchen, die Besonderheit des Einzelnen einzuordnen und ihn weiter zu vermitteln. Manchmal gehe es um Therapie, manchmal zunächst um die Stabilisierung, um Entspannungshilfen oder Trauerarbeit, damit überhaupt eine Therapie möglich wird. Cuxhaven zeige, dass auch auf dem Land der Bedarf groß sei, sagt Loos.

Claire Hoffrichter erwartet zunächst zwei bis zehn Hilfesuchende in der Woche. Mehr wäre auch gar nicht zu bewältigen, weil die Ratsuchenden mit ihren Familien kämen und dazu den Dolmetschern - schnell würden sie so das Wartezimmer der Einrichtung in Cuxhaven überfüllen. Das Projekt läuft ein Jahr und wird finanziert vom Land Niedersachsen. (cben)

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