Ärzte Zeitung, 22.12.2010

Eine attraktive Zukunft für Ärztinnen und Ärzte - Geld kann Ideen nicht ersetzen

Eine attraktive Zukunft für Ärztinnen und Ärzte - Geld kann Ideen nicht ersetzen

Ärztemangel auf dem Land und in den neuen Bundesländern. Brain Drain in die Schweiz oder nach Großbritannien. Bei steigender Morbidität wird der ärztliche Nachwuchs für die Patientenversorgung knapper, vor allem bei den Hausärzten. Zugleich wird der Anteil der Ärztinnen immer größer.

Einfach nur mehr Geld ins System? Milliardenbeträge sind mit der letzten Honorarreform zusätzlich an die Ärzte geflossen. Doch das hat nicht unbedingt zur Befriedung der Fachgruppen untereinander geführt und neue Verteilungskonflikte zwischen den Regionen ausgelöst.

Für Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler und die Selbstverwaltung heißt das: Eine weitere Honorarreform steht bevor. Zugleich steht Rösler vor der schwierigen Aufgabe, die Attraktivität des Arztberufs zu sichern. Allein wird er es nicht schaffen, diese Hürde zu nehmen: Er braucht Verbündete bei Ärzten und Kliniken.

Einen gordischen Knoten hat Röslers Vorgängerin Ulla Schmidt mit der dringend notwendigen GOÄ-Novelle hinterlassen. Rösler muss nicht nur den Konflikt zwischen PKV und Ärzten schlichten - das Reformprojekt muss auch die Hürde Bundesrat schaffen.

Ob dann am Ende noch die Kraft bleibt, Leistungsstrukturen im Gesundheitswesen zu modernisieren, Kooperation und Integration zu verbessern, wie dies der Sachverständigenrat gefordert hat - das bleibt offen. Und wie Rösler die Prävention aus ihrem Schattendasein herausholt - auch das muss er den Bürgern 2011 erklären.

Zur Jahresendausgabe 2010 der "Ärzte Zeitung" mit allen Artikeln

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