Ärzte Zeitung, 22.12.2010

Hausärzte erzielten im Schnitt ein Honorar von über 200 000 Euro

Hausärzte erzielten im Schnitt ein Honorar von über 200 000 Euro

Für 2009 liegen jetzt verlässliche Daten zu den Arzthonoraren vor.

Das Honorar der Vertragsärzte ist seit 2007 kontinuierlich gestiegen. Das belegt die Vorabfassung des Berichts des Bewertungsausschusses über die Entwicklung der vertragsärztlichen Vergütung in 2009. Unter den Vertragsärzten wurde demnach ein Honorarvolumen von 24,95 Milliarden Euro in 2007, 25,65 Milliarden Euro in 2008 und 27,6 Milliarden Euro in 2009 verteilt.

Zwischen 2008 und 2009 betrug das Honorarplus 7,58 Prozent. Für Hausärzte gab es ein Plus von rund 2,6 Prozent (284 Millionen Euro), für Fachärzte lag es bei 6,5 Prozent (854 Millionen Euro). Deutlich darüber lagen fachübergreifende Versorgungsstrukturen wie MVZ und arztgruppenübergreifende Praxen (plus 26 Prozent) sowie die psychologischen Psychotherapeuten (plus 15,6 Prozent).

Wie die Daten auf den einzelnen Arzt heruntergerechnet aussehen, zeigt die Aufstellung der KBV (vgl. Tabelle rechts). Demnach gab es im hausärztlichen Versorgungsbereich ein Plus von sieben Prozent: Die Honorare stiegen insgesamt von 10,96 Milliarden Euro in 2008 auf 11,69 Milliarden Euro in 2009. Für den einzelnen Hausarzt hat die KBV einen Durchschnittswert von 206 368 Euro vor Steuern ermittelt. Höhere Werte, als sie der Bewertungsausschuss nennt. Das liegt daran, dass die KBV hier bereits die Honorare aus den Selektivverträgen berücksichtigt und die Kinderärzte mit eingerechnet hat.

Den größten Zuwachs in den KV-Regionen verzeichnete - Vertragsärzte und -psychotherapeuten zusammen genommen - übrigens Berlin mit 22,7 Prozent. Die Hausärzte erzielten hier laut KV Berlin ein Plus von 13 Prozent. Ihr durchschnittliches Jahreshonorar lag bei 156 764 Euro. (reh)

So haben sich die Honorare 2008/2009 entwickelt
GKV-Honorar je Arzt vor Steuern inklusive Selektivverträge
Abrechnungsgruppe20082009Veränderung
Hausärztlicher Versorgungsbereich193.295206.3687 %
Allgemeinmediziner189.297200.0686 %
Internisten, hausärztlich tätig198.806211.0016 %
Kinderärzte199.566213.5287 %
Fachärztlicher Versorgungsbereich190.901202.7256 %
Anästhesisten174.671173.362- 1 %  
Augenärzte237.624248.7155 %
Chirurgen219.118233.1426 %
Internisten, fachärztlich tätig422.286450.7237 %
Gynäkologen195.245204.8605 %
Hautärzte185.748192.2163 %
HNO-Ärzte174.936174.9830 %
Nervenärzte168.689200.58619 %
Orthopäden243.846235.085- 4 %  
Radiologen421.373433.6533 %
Urologen202.221213.9596 %
Alle Abrechnungsgruppen200.368218.5919 %
Quelle: KBV - Tabelle: Ärzte Zeitung

Zur Jahresendausgabe 2010 der "Ärzte Zeitung" mit allen Artikeln

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »