Ärzte Zeitung, 23.01.2015

Diabetisches Fußsyndrom

AOK stärkt Versorgung in den Regionen

Die AOK engagiert sich für die bessere Versorgung von Diabetes-Patienten - und schließt in einigen Regionen Selektivverträge.

BERLIN. Die Zahl der Menschen mit Diabetes steigt seit Jahren, weshalb Experten auch mit einer starken Zunahme der Fälle mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS) rechnen. Die AOK macht sich dafür stark, erkrankten Versicherten Amputationen zu ersparen.

Zum Beispiel profitieren Versicherte der AOK NordWest von Selektivverträgen mit qualifizierten Fußambulanzen. So arbeiten in Schleswig-Holstein Fach- und Hausärzte in fünf Fußnetzen mit Orthopädieschuhmachern und Pflegediensten zusammen. In Westfalen-Lippe haben sich 40 diabetologische Schwerpunktpraxen auf die Behandlung des diabetischen Fußes spezialisiert.

Versicherte der AOK Nordost können in Berlin seit 2011 an einem Versorgungsvertrag Diabetischer Fuß teilnehmen. Voraussetzung ist die Einschreibung in das Disease-Management-Programm Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2. Die AOK weist geeignete Teilnehmer gezielt auf das Angebot hin und nennt ihnen teilnehmende Ärzte.

Alle 16 beteiligten Praxen mit insgesamt 21 Diabetologen sind durch die Deutsche Diabetes Gesellschaft als ambulante Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert. Sie sind miteinander vernetzt, nehmen an regelmäßigen Qualitätszirkeln teil und unterliegen einem jährlichen Benchmarking zur Selbstkontrolle.

Der Vertrag umfasst neben der engmaschigen, regelmäßigen Fußkontrolle und der Versorgung eventueller Wunden durch eine qualifizierte Wundschwester auch die Koordination der gesamten interdisziplinären Behandlung. Inzwischen haben rund 1400 Versicherte ihre Teilnahme an diesem Versorgungsangebot erklärt.

Die AOK Bayern bietet mit der Behandlungsmethode Rhenium PTA eine spezielle Therapie an. Dieses innovative Verfahren wird bei einem erneuten Arterienverschluss (Restenose) im Bein eingesetzt. Dabei werden die Gefäßverengungen und -verschlüsse mit dem Radioisotop Rhenium-188 behandelt.

An dem Modellprojekt nehmen die Unikliniken Erlangen und Würzburg sowie die Kliniken Augsburg und Ingolstadt teil. Das Modellvorhaben ist zunächst auf vier Jahre befristet. Es wird von der Universität Regensburg wissenschaftlich begleitet. (Ebert-Rall)

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