Ärzte Zeitung, 01.12.2011

Der Standpunkt

Ein Gesetz der Möglichkeiten

Das verabschiedete Versorgungsgesetz bringt keine Veränderung für Ärzte und Patienten. Gewinner sind die KVen, die mehr Gestaltungsoptionen erhalten, meint Helmut Laschet. An ihnen liege es nun, dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken.

Ein Gesetz der Möglichkeiten

Der Autor ist stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Gesundheitspolitik bei der Ärzte Zeitung. Schreiben Sie ihm:helmut.laschet@springer.com

Wenn das vom Bundestag verabschiedete GKV-Versorgungsstrukturgesetz am 1. Januar 2012 in Kraft tritt, ändert sich für Ärzte und Patienten nichts.

Das in vielen Details modifizierte SGB V eröffnet den Partnern der Selbstverwaltung lediglich eine ganze Serie von Möglichkeiten, die Akzente in der Bedarfsplanung anders zu setzen oder für Ärzte in unterversorgten Regionen Anreize zu geben oder Barrieren zu beseitigen.

Die liberal-konservative Gesundheitspolitik setzt dabei zu hundert Prozent auf die traditionellen Träger der Versorgung: die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen im Kollektivvertragssystem.

Sie sind einstweilen die Gewinner. Doch aus den Gestaltungsoptionen erwächst Verantwortung: Nun ist es vor allem an den KVen zu beweisen, dass sie fähig sind, dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken.

Das gilt umso mehr, als die Koalition ihren Kurs beibehalten hat, den Vertragswettbewerb zu beschränken. Solange für Selektivverträge der Kollektivvertrag als Prüfmaßstab gilt, macht es wenig Sinn, neue Alternativen zu entwickeln.

Wie sehr sich die Koalition vor dem Fortschritt fürchtet, zeigt das Schicksal der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung. Der Weg in eine sektorübergreifende Organisation der Gesundheitsversorgung erfolgt in Trippelschritten.

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