Ärzte Zeitung, 03.09.2008

Rückenleiden kosten jährlich 15 Milliarden Euro

Barmer will mehr betriebliches Gesundheitsmanagement

HAMBURG (di). Rückenerkrankungen in Deutschland verursachen enorme Kosten - auf rund 15 Milliarden Euro beziffert die Barmer Ersatzkasse den jährlichen Wertschöpfungsverlust für die Volkswirtschaft.

Die Kasse will mit mehr Engagement in der betrieblichen Gesundheitsförderung gegensteuern. "Durch betriebliches Gesundheitsmanagement helfen wir gezielt, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen und Rückenschmerzen in der Belegschaft vorzubeugen", berichtet Hamburgs Barmer-Chef Richard Baldauf.

Im vergangenen Jahr stieg in der Hansestadt der Anteil der Präventionsmaßnahmen um fast ein Drittel. Dazu gehören etwa Bewegungsprogramme und Maßnahmen zur Stressreduzierung. Grund für die Bemühungen sind die hohen Kosten durch Rückenerkrankungen. Nach psychischen und Verhaltensstörungen haben sie den zweithöchsten Anteil am Krankenstand. Aufgrund der demografischen Entwicklung erwartet die Kasse eher eine Zu- als eine Abnahme - betroffen sind vorwiegend Menschen im mittleren Lebensalter.

Hohe Anstiege der Fehlzeiten verzeichnet die Barmer auch bei psychischen und Verhaltensstörungen. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer lag dort im vergangenen Jahr bei 44 Tagen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »