"Zahl der Kassenfusionen wird steigen"

HAMBURG (di). Die Fusion mit der IKK direkt macht die Techniker Krankenkasse (TK) zur größten deutschen Krankenkasse. Weitere Zusammenschlüsse stehen bevor - der Druck auf kleine Krankenkassen nimmt zu.

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"Ich kann mir vorstellen, dass es weitere Zusammenschlüsse geben wird", sagte IKK direkt-Chef Ralf Hermes im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Der Kassenmanager, der mit der Fusion in den TK-Vorstand einzieht, sieht speziell kleine Kassen unter den neuen Rahmenbedingungen mit dem Gesundheitsfonds unter Druck:

  • Liquidität: Nach Hermes Einschätzung werden kleine Kassen künftig Schwierigkeiten haben, die geforderte finanzielle Liquidität permanent vorzuhalten. Größeren Krankenkassen gelingt es nach seiner Einschätzung leichter, Schwankungen auszugleichen.
  • Zunehmende Aufgaben: Selektivverträge wie zur hausärztlichen und integrierten Versorgung werden nach seiner Ansicht wichtiger - das dafür notwendige Know-how können kleine Kassen nicht immer vorhalten.

Speziell im IKK- und im BKK-System sieht Hermes noch eine Reihe von Kassen, die nach seiner Einschätzung nach Partnern suchen sollten. Dem IKK-System empfiehlt er, eine "Einheit gleicher Interessen zu organisieren". Hermes ist allerdings skeptisch, ob dies gelingt.

"Kleine Kassen werden Probleme haben, liquide zu bleiben."

Dass er die IKK direkt in die TK geführt hat, begründet Hermes mit den geänderten Rahmenbedingungen. Wettbewerbsvorteil der Innungskasse ist der niedrige Beitragssatz - ab 2009 aber ist dieser einheitlich. Den entgangenen Wettbewerbsvorteil hofft er über die TK durch ein anderes Merkmal ausgleichen zu können: "Die TK ist eine Qualitätsmarke. Unsere Mitglieder können nach der Fusion zwar nicht mehr den niedrigsten Beitragssatz, aber hohe Qualität und Service erwarten", sagte Hermes.

Noch nicht geklärt ist, ob die von der IKK direkt abgeschlossenen Verträge mit Ärzten Bestand haben. Hermes erwartet aber, dass die Techniker Krankenkasse als Rechtsnachfolger die Verträge nicht sofort kündigt. Der Kassenmanager wird zumindest für eine Übergangszeit seinen zweiten Vorstandsposten bei der IKK Nord behalten.

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