Ärzte Zeitung, 20.10.2008

Enterale Ernährung

Bilanzierte Diäten jetzt GKV-Leistung

Ärzte können in Zukunft bilanzierte Diäten auf Kassenrezept verordnen, wenn eine diätetische Intervention medizinisch notwendig, zweckmäßig und wirtschaftlich ist. Das gilt beispielsweise bei Phenylketonurie, Niereninsuffizienz, Nahrungsmittelallergien, Fettverwertungsstörungen oder bei Schluckstörungen. Auch Spezialprodukte, die auf ein Krankheitsbild abgestimmt sind, können verordnet werden.

Keine Leistung der Krankenkassen sind jedoch glutenfreie Spezialmehle, lactosefreie Milchprodukte oder phenylalaninfreie Fertigprodukte. Ebenfalls zählen Nahrungsergänzungsmittel, Krankenkost oder diätetische Lebensmittel nicht dazu. Mit der Leistungserweiterung reagiert der Gesetzgeber auf ein Urteil des Bundessozialgerichts vom 28. Februar 2008. Danach gehören derzeit nur Aminosäuremischungen, Eiweißhydrolysate, Elementardiäten und Sondennahrung zur GKV-Leistung.

Der Gemeinsame Bundesausschuss muss nun in einer Richtlinie den Leistungsanspruch der Versicherten präzisieren. (HL)

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16465)
Krankheiten
Niereninsuffizienz (980)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Versorgungswerke sitzen auf 184 Milliarden Euro

Auf die Frage nach der Leistungsfähigkeit der Versorgungswerke tut sich die Bundesregierung mit dem Blick in die Glaskugel schwer. Die Anzahl der Rentenempfänger werde wohl weiter deutlich zunehmen. mehr »