Ärzte Zeitung, 04.11.2008

Wenn Arbeit auf die Seele drückt: BKK verspricht Abhilfe

BERLIN (HL). Arbeitsbedingte psychische Belastungen verursachen in Deutschland volkswirtschaftliche Folgekosten in Höhe von 6,3 Milliarden Euro. Die direkten Kosten der Krankheitsbehandlung belaufen sich auf drei Milliarden Euro.

Das geht aus einer aktuellen Studie des BKK-Bundesverbandes hervor, die gestern in Berlin veröffentlicht wurde. Während am Arbeitsplatz die körperliche Beanspruchung immer weiter rückläufig ist, steigen psychische Belastung und Arbeitsverdichtung. Risikofaktoren sind geringer Handlungsspielraum bei der Arbeit, Monotonie und mangelnde Entscheidungsfreiheit. Hinzu kommen schlechtes Betriebsklima, Angst vor Arbeitslosigkeit, Leistungs- und Zeitdruck.

Im Rahmen der europäischen Kampagne "Move Europe" haben inzwischen 600 Unternehmen die psychischen Belastungsfaktoren als Element betrieblicher Gesundheitsförderung analysiert. Etliche Betriebe führen psychosoziale Beratung, Suchtberatung und Kurse für Konflikt- und Zeitmanagement durch.

Der BKK-Bundesverband bietet ferner über ein Kooperationsprojekt mit der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (BApK) ein Gesamtpaket aus betrieblicher Gesundheitsförderung, Aufklärung und Qualifizierung an. Führungskräfte, Personalverantwortliche und andere Multiplikatoren in den Betrieben werden befähigt, ihre Führungskompetenz im Hinblick auf die Vermeidung von psychischen Erkrankungen zu erweitern. Das Konzept lässt sich auf verschiedene Betriebstypen anpassen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »