Ärzte Zeitung, 05.10.2009

"Unsere Hand bleibt ausgestreckt"

"Ärzte Zeitung"-Interview mit Barmer-Vorstandschef Dr. Johannes Vöcking

WUPPERTAL (vdb). Die neue Barmer/GEK will ihre mächtige Position als größte bundesdeutsche Kasse nicht ausnutzen. Im Gegenteil: Sie setzt vielmehr auf die neu gewonnene "Gestaltungskraft" und sieht darin Vorteile sowohl für Ärzte als auch für Patienten.

Das kündigt Dr. Johannes Vöcking, Vorstandsvorsitzender der Barmer im Interview mit der "Ärzte Zeitung" an. Beispiel: Hausarztverträge. Dieses Kapitel ist für den Barmer-Chef längst nicht abgeschlossen. "Neben der rechtlichen Problematik waren wir auch mit den Inhalten des Barmer-Hausarztvertrages nicht mehr zufrieden. Das wollten wir ändern." Auch wenn dies abgelehnt worden sei, "bleibt unsere Hand ausgestreckt".

Einen größeren Handlungs- und Gestaltungsspielraum verspricht sich Vöcking auch im Verhältnis zum GKV-Spitzenverband. Dabei sollte sich nach seiner Meinung der Spitzenverband stärker auf seine koordinierende Rolle konzentrieren. Mit Blick auf die neue Bundesregierung fordert der Barmer-Vorsitzende, dass Schwarz-Gelb am Gesundheitsfonds festhalten sollte. Nach seiner Meinung sollte allerdings die Ein-Prozent-Regelung fallen. Damit werde ein Bürokratiemonster geschaffen, das unnötig Geld kostet. Sinnvoller sei es, einen Aufschlag auf den Versicherten-Sonderbeitrag von 0,9 Prozent zu veranschlagen. Darüber sollten die Krankenkassen selbst entscheiden dürfen.

Lesen Sie dazu auch das Interview:
Dr. Johannes Vöcking: Ärzte werden von Kassen-Fusion profitieren

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