Direkt zum Inhaltsbereich

Koloskopie: Alle einladen oder auswählen - was ist besser?

Was eignet sich mehr, um Menschen zur Darmkrebsvorsorge zu animieren. Alle Bevölkerungsschichten oder lieber nur Risikogruppen gezielt anzusprechen? Der Darmkrebsmonat März bietet die Möglichkeit, alle Varianten auszuprobieren. Das zeigen zwei ausgewählte Beispiele.

Veröffentlicht:

WIESLOCH/BERLIN (mm/inh). In Nordbaden wollen nicht nur Betriebe sondern sogar zwei Städte und ihre zusammen etwa 96 000 Einwohner bei der Vorsorgeaktion im Darmkrebsmonat März mitmachen. Niedergelassene Ärzte sind mit in das Projekt eingebunden. Unter ihnen 63 Haus- und Fachärzte, die sich in der Initiative "Gesundes Wiesloch - Walldorf" (wiewa.med.) zusammengeschlossen haben. "Wir sind begeistert. Zuerst sollten nur die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Wiesloch bei unserer Aktion mitmachen und nun werden alle Bürger der Städte Wiesloch und Walldorf persönlich angeschrieben und aufgefordert die Darmkrebsvorsorge zu nutzen", berichtet Dr. Dirk Wuppermann. Alle Bürger über 21 Jahren haben einen Brief mit einem Infoschreiben, einem Fragebogen und einem Gutschein für einen immunologischen Stuhlbluttest erhalten. Mit dem Fragebogen können die Bürger selbst ermitteln, ob sie grundsätzlich zu der Risikogruppe für eine Darmkrebserkrankung gehören und sie sich einem Test unterziehen sollten. Ist ein Test angeraten, so können die Betroffenen mit Hilfe des Gutscheins ihren Stuhlprobentest kostenlos anfordern und auch auswerten lassen. Die Ärzte in der Region wissen, dass durch die Aktion in den nächsten Wochen mehr Arbeit auf sie zukommen kann.

Eine ganz andere Form der Darmkrebsprävention gibt es dagegen in Berlin. Typ-2-Diabetiker, die bei der Techniker Krankenkasse versichert sind, erhalten eine personenbezogene Einladung zu einer Vorsorge-Koloskopie. "Erwiesenermaßen haben Typ-2-Diabetiker ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Warum sollte das personenbezogene Einladungswesen bei der Vorsorge-Koloskopie nicht genauso wirkungsvoll sein wie beim Mammographie-Screening", erklärt der Berliner Gastroenterologe und Sprecher der Initiative Berlin-gegen-Darmkrebs, Dr. Rolf Drossel. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung ist die Zahl der Berliner, die die Möglichkeit zur Darmkrebsvorsorge nutzen, rückläufig.

So hätten innerhalb der ersten sechs Jahre seit Aufnahme der präventiven Darmspiegelung in das gesetzliche Früherkennungsprogramm rund 220 000 Berliner und damit rund ein Viertel der Anspruchsberechtigten an der Vorsorge-Koloskopie teilgenommen. "Waren es jedoch 2004 noch 16 000 Untersuchungen im ersten Quartal, werden gegenwärtig etwas mehr als 6000 Untersuchungen pro Quartal abgerechnet", so KV-Chefin Dr. Angelika Prehn.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Ansprechen untersucht in unabhängigen radiologischen Reviews nach RECIST-v1.1-Kriterien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [13]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Diagnose und Therapie erfordern orthopädische und onkologische Expertise

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: ASTRUM-005-Studie: Finale Analyse des Gesamtüberlebens (OS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

Serplulimab beim ES-SCLC

Aus Evidenz wird eine starke Leitlinienempfehlung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Accord Healthcare GmbH, München
Abb. 1: Strukturierter Ablauf der CAR-T-Zelltherapie, in sektorübergreifender Zusammenarbeit zwischen Zentrum und zuweisender Praxis

© Janssen-Cilag

CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-cel

Frühzeitige Zuweisung und strukturierte Patientensteuerung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Wann zählt die FSME-Impfung bei der Vorhaltepauschale mit?

Lesetipps
Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt

Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026