Ärzte Zeitung, 18.03.2010
Kapitaldeckung
der PKV wächst trotz Krise weiter
BERLIN (reh). Die private
Krankenversicherung (PKV) komme ohne Steuerzuschuss und ohne Schulden
aus, so kommentierte Reinhold Schulte, Vorsitzender des PKV-Verbands,
die aktuellen Branchenzahlen der PKV. Diese belegen nämlich,
dass die Alterungsrückstellungen in der privaten Kranken- und
Pflegeversicherung in 2009 um weitere zehn Milliarden Euro auf 144
Milliarden Euro gewachsen sind. Das sei ein Plus von 7,5 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Und es zeige, wie robust die Branche
auch in der Wirtschaftskrise aufgestellt sei, so die Botschaft des
PKV-Verbands.
Dabei lag der Nettozugang in der Vollversicherung 2009 bei
175 100 Personen. Der Verband räumt allerdings ein,
dass nach Abzug der Sondereffekte der echte Netto-Neuzugang nur bei
rund 99 000 Personen gelegen hätte. Mit
Sondereffekten meint der Verband etwa die neue Regelung, dass
Versicherten, die ihre Beiträge nicht zahlen, nicht mehr
gekündigt werden darf. Oder die 2009 eingeführte
Pflicht zur Versicherung der vorher nicht-versicherten Personen. Ende
2009 seien somit 8,81 Millionen Menschen in der PKV vollversichert
gewesen, zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Hinzu kämen
insgesamt 21,71 Millionen Zusatzversicherte (3,5 Prozent mehr als in
2008). Die Pflegezusatzversicherung habe 2009 ebenfalls einen Zuwachs
verzeichnet: um 12,5 Prozent bzw. 165 100 Personen.
Die Beitragseinnahmen erhöhten sich auf 29,41
Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent) in der Krankenversicherung sowie auf
2,08 Milliarden Euro (plus 5,7 Prozent) in der Pflegeversicherung. Dem
steht ein Zuwachs der ausgezahlten Versicherungsleistungen für
die Krankenversicherung von 4,6 Prozent auf 20,45 Milliarden Euro
gegenüber. .
"Im Interesse unserer Versicherten kann der
überproportionale Kostenanstieg in Zukunft nicht ungebremst so
weitergehen", sagte Schulte. Die PKV fordere deshalb umfassende
Vertragskompetenzen, damit sie in Verhandlungen mit allen
Leistungserbringern eintreten könne.
Die Alterungsrückstellungen verteilten sich Ende
2009 mit rund 124 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung (plus 7,8
Prozent) und mit rund 20 Milliarden Euro auf die Pflegeversicherung
(plus 5,3 Prozent).
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