Ärzte Zeitung, 15.08.2010

Kommentar

Röslers Anleihe - bei Seehofer

Von Helmut Laschet

Neue Besen kehren gut. In diesem Fall freilich anders als gedacht. Die Hoffnung vieler niedergelassener Ärzte auf eine liberale Gesundheitspolitik hat sich in den letzten Monaten in Entsetzen gekehrt - sie erleben ein Déjà-vu.

Wie war das noch 1993, als der damals frisch gebackene Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) den Vertragsärzten einen Honorardeckel verpasste? 17 Jahre später greift der junge FDP-Gesundheitsminister Philipp Rösler zum gleichen Instrument: Von den Honorarzuwächsen der Ärzte (und insbesondere der Hausärzte) sollen keine beitragssatzsteigernden Wirkungen ausgehen. Anders gesagt: Der erst mit der Gesundheitsreform von 2007 aufgegebene Grundsatz der Beitragssatzstabilität für die medizinische Versorgung und ihr Ersatz durch eine morbiditätsbegründete Entwicklung der Ausgaben sollen wieder aufgegeben werden.

Die nächsten Wochen werden für alle Vertragsärzte entscheidend sein: Eine zeitlich begrenztes gesetzliches Honorarlimit als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise kann politisch begründet sein. Ein erneuter Paradigmenwechsel in die Zeit vor die Reform von 2007 ist dagegen nicht akzeptabel.

Lesen Sie dazu auch:
Ministerium will Honorarzuwachs für Hausärzte deckeln
Erste Hausarztpraxen schließen Ende August

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »