Ärzte Zeitung, 14.02.2011

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Securvita-Führung wegen Untreue

Dubiose Immobiliengeschäfte haben die Chefs der Securvita BKK ins Visier der Kassenaufsicht und Ermittler gebracht.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Securvita-Führung wegen Untreue

Das Bundesversicherungsamt hat wegen des Verdachts der Untreue Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

© Papsch / imago

HAMBURG (di). Verantwortliche der Securvita BKK sind durch Zeitungsberichte unter Druck geraten. Das Bundesversicherungsamt hat wegen des Verdachts der Untreue Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Im Mittelpunkt der Affäre stehen der Securvita-Gründer und Verwaltungsratsvorsitzende Thomas Martens und Vorstand Dr. Ellis Huber. Das BVA fordert ihre Abberufung.

Bei den Vorwürfen gegen die beiden geht es um den Mietvertrag für die Securvita-Zentrale in Hamburg. Martens soll Mit-Gesellschafter eines Unternehmens sein, das die Immobilie geplant und Flächen für 20 Jahre an die Krankenversicherung vermietet hat.

Angeblich ist die Fläche größer als sie von der Securvita benötigt wird. Dadurch soll der Kasse laut Bericht im "Hamburger Abendblatt" ein Schaden von 17,8 Millionen Euro entstehen. Martens soll als Mitgesellschafter davon profitiert und seine Geschäftsanteile in Höhe von 50.000 Euro für über vier Millionen Euro weiterverkauft haben.

Huber steht in der Kritik, weil er den umstrittenen Vertrag unterschrieben haben soll. Huber war früher Präsident der Berliner Ärztekammer.

Martens sprach von einer Skandalisierung von Verträgen, die bereits vor Jahren geprüft worden seien. "Offensichtlich geht es jetzt darum, von groben Verfehlungen des ehemaligen Vorstandes der Securvita Krankenkasse abzulenken.

Diese Verfehlungen waren so gravierend, dass wir es waren, die bereits im Mai 2010 die Hamburger Staatsanwaltschaft informiert haben, und diese hat dann auch umgehend Ermittlungen unter dem Aktenzeichen 3302Js90/10 aufgenommen.

Erst Monate danach hat sich das Bundesversicherungsamt aufgrund unserer Aktivität eingeschaltet", so Martens in einer Stellungnahme. Er hält für den "eigentlichen Skandal", dass das BVA dabei ein vom ehemaligen Vorstand zu seiner Entlastung in Auftrag gegebenes Gutachten "zum roten Faden für sein Handeln macht".

Das BVA hat nach eigenen Angaben den Vertrag schon 2006 beanstandet. Von den näheren Umständen, die zur Strafanzeige geführt haben, habe das Amt aber erst 2010 erfahren.

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