Ärzte Zeitung, 28.02.2011

Kassen fordern Umverteilung statt Honorarplus

BERLIN (sun/dpa). Ärzte kommen nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes in diesem Jahr im Schnitt auf 164.000 Euro - nach Abzug der Praxiskosten, vor Steuern, inklusive Einkommen von Privatpatienten.

"Es braucht insgesamt nicht mehr Geld für Ärztehonorare, sondern eine bessere Verteilung innerhalb der Ärzteschaft", sagte Verbands-Vize Johann-Magnus von Stackelberg. Ohnehin verdienten Ärzte mehr an GKV-Versicherten als von der Selbstverwaltung ausgehandelt.

Er stützt sich dabei auf eine Studie des IGES-Instituts. Demnach verdienen Ärzte mit der Behandlung von Kassenpatienten "im Durchschnitt regelmäßig einen höheren Reinertrag je Praxisinhaber, als von den Selbstverwaltungspartnern vereinbart wurde". Der Berufsverband der Deutschen Internisten kritisierte die Aussagen als "Neid-Diskussion" um Ärzteeinkommen.

Die Kassen erteilten zudem der Aussage von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) eine Absage, es müsse wieder mehr Ärzte geben.

[28.02.2011, 23:18:39]
Dr. Jürgen Schmidt 
Abgestandener, saurer Quark
Politische Argumente werden für den Durchschnittsbürger gemacht.

Der sollte allerdings auch nicht unterschätzt werden.

Jeder der einen Betrieb, ein Geschäft, oder eben eine Praxis leitet, oder Einblick in betriebswirtschaftliche Zusammenhänge hat, weiß, dass aus dem Einkommen nach (!) Steuern die zukünftigen Investitionen angespart werden müssen und, wenn diese dann getätig worden sind, etwa die Hälfte der Investitionen über die AfA rechnerisch wieder zurück fließt. Es bleibt immer ungefähr die Hälfte übrig, die letztlich aus dem versteuerten Einkommen bezahlt werden muss. Kalkulatorisch handelt es sich dabei innerhalb von 20 Jahren um 150 % der Anfangsinvestition einer Praxis, Zinseszins nicht eingerechent. Hoch investive Praxen erhöhen den nominalen Durchschnitt beträchlich, so dass so genannte Durchschnittswerte für die Durchschnittspraxis eben nicht repräsentativ sind.

Pauschalisierende Pseudoberechnungen, wie die von IGES, xmal für die Propaganda in willigen Presseorganen wiederholt, dienen nicht der Aufklärung (mit und für Beiträge der Versicherten) sondern der Volksverdummung und dem Expansionsstreben bürokratischer Apparate, wie den Krankenkassen, die endlich anfangen sollten, Ihre eigenen Kosten zu legitimieren.

Ohne auf die verschiedene Arztgruppen und Ihren betriebswirtschaftlichen Finanzbedarf im einzelnen einzugehen , sei - sine ira et studio - erlaubt, die Betrachtung auf andere Berufe und z.B. in die Gemeindekostenstatistik zu werfen.
Dort findet man für eine A 14 Stelle (also z.B. einen Oberstudienrat) inklusive Pensionsrückstellung, Ortszuschlägen, Kindergeld, Beihilfe für Krankheit, Umzug (auch neue Gardinen), kurzum für alles, was ein niedergelassener Arzt aus seinem Einkommen bezahlt, eine Summe, die der des niedergelassenen Internisten in der hausärztlichen Versorgung entspricht. Der Internist muss dazu jedoch außerdem noch das unternehmerische Risiko abdecken und Geld für Investitionen ansparen - - und dafür im Durchschnitt über 50 Stunden in der Woche arbeiten.

Saurer Quark, wie der des Herrn Stackelberg, ist nicht nur ohne wirklichen politischen Nährwert, er vergiftet auch noch das Klima.  zum Beitrag »
[28.02.2011, 19:14:29]
Dr. Thomas Assmann 
Guttenberg`s Doktorarbeit reloaded
Genau, schauen wir uns doch mal die Arbeit dieses "Institutes" genau an.

Da wird trefflich alles über einen Kamm geschoren, dann wird zur Berechnung des Arztumsatzes noch mal schnell die PKV-Patienten eingerechnet, Marke "Äpfel und Birnen", Fakten und Daten verbogen und passend gemacht, und schwupp sind endlich alle Ärzte reich.Super !!!!!!
Die Niedergelassenen sollten am Besten bei jeder Sprechstunde den "armen Kassen" noch Geld für die Behandlung bezahlen.

Bei diesen "Niveau" dieses "Gutachtens" sollte man das Werk von
K-T. von Guttenberg schnellstens als Habilitationsschrift anerkennen!




 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »