Ärzte Zeitung, 15.03.2011

Sachsen-Anhalt: Zwölf kostenfreie Vorsorgeuntersuchungen für Kinder

MAGDEBURG (zie). In Sachsen-Anhalt können Kinder und Jugendliche statt bislang neun nunmehr zwölf kostenfreie Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen.

So sieht es ein Vertrag zwischen der IKK gesund plus, der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) sowie den Kinder- und Jugendärzten des Landes vor.

Neu sind die U10 und die U11 für Kinder von sieben bis elf Jahren sowie die J2 für Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr. "Damit sind die Lücken im bisherigen Vorsorgeprogramm aufgehoben", so Dr. Gunther Gosch, Kinderarzt in Magdeburg. Seine Berufsgruppe hatte viele Jahre bemängelt, dass wichtige Entwicklungsschritte bei Kindern und Jugendlichen nicht erfassbar waren.

Inhaltlich ginge es bei den Untersuchungen nicht nur um die Suche nach physischen Erkrankungen, sondern auch um Erkennung von Teilleistungs- oder Soziallisierungsstörungen und um Medienkonsum. Zur Jugendvorsorgeuntersuchung gehöre neben Prävention eine sexual- und drogenmedizinische Beratung.

"Mit Früherkennungsuntersuchungen können Weichen im Leben der Kinder gestellt werden", ist IKK-Vorstand Uwe Schröder überzeugt. In dessen Kasse sind mehr als 30.000 Kinder bis zum 12. Lebensjahr versichert. Über 90 Prozent nehmen die Präventionsangebote in Anspruch.

Entscheidendes Plus ist für Gunther Gosch auch die unkomplizierte Abwicklung des Vertrages. Teilnehmen können alle Kinder- und Jugendärzte des Landes sowie qualifizierte Allgemeinmediziner, die eine bestimmte, moderne Praxisausstattung vorhalten. Mit der ersten der genannten Früherkennungsuntersuchungen tritt der Arzt in den Vertrag mit der IKK gesund plus ein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »