Ärzte Zeitung, 22.03.2011

GKV-Gehälter: Spitzeneinkommen für Doppel-Chef

NEU-ISENBURG (HL). Doppelfunktionen in der GKV sind besonders attraktiv: Spitzenreiter war 2010 Hans-Joachim Röminger.

Als Chef der angeschlagenen BKK für Heilberufe wurden seine Bezüge um 50.000 auf 86.000 Euro gekürzt, dafür wurde sein Gehalt als Vorstand der pronova BKK um den gleichen Betrag auf fast 200.000 Euro aufgestockt.

Er verdient mehr als der Vorstandsvorsitzende der seit Jahren erfolgreichen Techniker Krankenkasse, Professor Norbert Klusen, der auf 278 160 Euro kommt. Sein Gehalt stieg um 8000 Euro.

Um 5000 auf 241.000 Euro aufgestockt wurde auch das Gehalt von Professor Herbert Rebscher (DAK), obwohl die Kasse einen Zusatzbeitrag erhebt.

Ingo Kailuweit, Chef der KKH Allianz, die einen Zusatzbeitrag von acht Euro erhebt, verbuchte einen Zuwachs von 1,4 Prozent auf knapp 225.000 Euro.

Die Chefin der größten Kasse, der Barmer GEK, Birgit Fischer, bekam 210.000 Euro.

[23.03.2011, 18:36:22]
Reinhard Schmidt 
Die Kassen-Vorstände verdienen nicht zu viel - sie bringen zu wenig!
Neid ist bei den Bezügen der Kassenvorstände Fehl am Platz. Chefs von Privatunternehmen mit gleichhohem Umsatz verdienen meist ein Vielfaches. Ich wäre dafür, die Vergütungen der Kassen-Vorstände erfolgsabhängig zu erhöhen, wenn sie Ihren Pflichten nachkommen, nämlich Treuhänder der Versicherten sind und wirtschaftlich handeln.

Damit zeichnen sich nur einige Kassen aus, so z.B. KKH-Vorstand Keiluweit - leider nur teilweise. Viele Vorstände stehen der Pharmazie so nahe, dass sie nichts ernsthaftes dagegen unternehmen, dass das Geld mit vollen Händen für überteuerte Arzneimittel herausgeschmissen wird. Nach dem Arzneireport 2009 könnten über 9 Mrd. Euro - das sind 9.000.000.000 € - allein bei Arzneien jährlich eingespart werden. Jedes Privatunternehmen würde Zielvereinbarungen schließen, wonach die Chefs erfolgsbeteiligt werden, wenn sie solche eindeutigen Wirtschaftlichkeitsreserven erschließen.

Wann kehrt endlich in der GKV betriebswirtschaftliches Denken ein? Dann wären die Beitragserhöhungen zum 1.1.2011 und so manche Leistungskürzung nicht nötig gewesen.  zum Beitrag »

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