Ärzte Zeitung, 04.05.2011

Großes Versorgungsnetz für psychisch Kranke in Berlin

Ein Netz von Spezialisten sichert in Berlin die Versorgung im eigenen Heim.

BERLIN (ami). Die ambulante Betreuung psychisch kranker Patienten gilt oft als verbesserungswürdig. Für psychisch Schwerkranke hat die DAK gemeinsam mit einem Verein in Berlin ein Versorgungsnetzwerk aufgebaut.

60 Nervenärzte und Psychiater und rund 40 Pflegedienste für psychiatrische Hauskrankenpflege und psychosoziale Träger wirken an dem Spezialistennetz mit, das in den vergangenen fünf Jahren aufgebaut wurde. Sie betreuen rund 250 Patienten mit Krankheitsbildern wie Schizophrenie oder schweren Depressionen in Berlin und Brandenburg.

"Mit unserem Netzwerk können wir vielfach Klinikaufenthalte verkürzen oder ganz vermeiden. Zudem bietet es den Betroffenen eine stabile und verlässliche Versorgung in gewohnter Umgebung", sagt der Neurologe Dr. Norbert Mönter, der das Versorgungsnetz gemeinsam mit dem Verein für Psychiatrie und seelische Gesundheit und der DAK Berlin-Brandenburg initiiert hat.

Behandlung ohne Wartezeiten

Die Fachärzte sind die persönlichen Gesundheitslotsen ihrer Patienten. Sie koordinieren einzelne Therapieschritte und begleiten Patienten während der ganzen Behandlung. Nach Mönters Angaben ist gewährleistet, dass die Behandlung ohne Wartezeiten beginnt.

Für Notfälle stehe ein Rund-um-die-Uhr-Dienst bereit. So können laut DAK belastende Klinikaufenthalte vermieden und das für psychisch instabile Menschen so wichtige Leben in der gewohnten Umgebung aufrechterhalten werden. Wird dennoch ein Klinikaufenthalt nötig, halten Fachpflegekräfte den Kontakt zum Patienten.

Das Angebot der Integrierten Versorgung erlaubt den Angaben nach auch, dass die ambulante Behandlungspflege falls erforderlich innerhalb rund einer Stunde angepasst werden kann. "Das Konzept sorgt für bessere Therapieergebnisse und mehr Lebensqualität. Oft kann Arbeitsunfähigkeit schneller überwunden und die Berufstätigkeit erhalten werden", sagt die DAK-Vertragschefin für Berlin und Brandenburg Gabriela Slawik.

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