Ärzte Zeitung, 17.05.2011

AOK Bayern reklamiert jede zweite Klinikrechnung

MÜNCHEN (sto). Jede zweite geprüfte Krankenhausrechnung im Jahr 2010 war nach Angaben der AOK Bayern fehlerhaft. Die Krankenhäuser müssen daher rund 110 Millionen Euro an die AOK zurückzahlen, teilte die Kasse mit.

"Diese Summe zeigt, dass Prüfungen notwendig sind und eigentlich noch häufiger durchgeführt werden sollten," erklärte Peter Krase, Ressortdirektor Leistungsmanagement bei der AOK Bayern. Allerdings erschwere eine gesetzlich festgelegte "Strafgebühr" für Krankenkassen dieses Bestreben unnötig.

Denn nach dem Gesetz müssen Kassen, die eine auffällige Krankenhausrechnung beanstanden, eine Aufwandspauschale von 300 Euro an das Krankenhaus zahlen, wenn die Beanstandung nicht zu einer Minderung des Rechnungsbetrages führt.

Andererseits sehe die derzeitige Regelung im Gegenzug keinerlei Sanktionsmöglichkeiten gegenüber den Krankenhäusern vor, kritisierte Krase. "Hier herrscht Ungleichheit der Waffen," sagt der AOK-Vertreter.

"Gerechter wäre es, wenn diese Aufwandspauschale wieder abgeschafft würde oder zumindest auch die Kliniken für falsche Abrechnungen eine Pauschale zahlen müssten", sagt Krase. Grund für die Fehlabrechnungen sei das "schwierige und immer komplizierter werdende System der Fallpauschalen", so die AOK.

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