Ärzte Zeitung, 17.08.2011

BKK Heilberufe: Fusionspartner erhält 28 Millionen Euro

BONN/DÜSSELDORF (fst). Für die mit Verlusten kämpfende BKK für Heilberufe wird auf jeden Fall ein Fusionspartner im BKK-System gesucht, das Thema einer Schließung stehe nicht zur Debatte, sagte Christine Richter, Sprecherin des BKK-Bundesverbands, der "Ärzte Zeitung".

BKK Heilberufe: Fusionspartner erhält 28 Millionen Euro

Die BKK für Heilberufe ist auf fremde Hilfe angewiesen. Drei Kassen aus dem BKK-System sollen an einer Fusion interessiert sein.

© dpa

Die BKK für Heilberufe erhebt zur Zeit zehn Euro Zusatzbeitrag und verliert rasant Versicherte. Im Juni hatte die Kasse noch 124.000 Versicherte im Bestand, vor Jahresfrist waren es noch etwa 170.000 gewesen.

Mehr Geld, nämlich 15 Euro im Monat, verlangt zurzeit nur die BKK Hoesch von ihren Mitgliedern.

28 Millionen Euro "freiwillige" Beihilfe

Versüßt werden wird dem Fusionspartner der Schritt mit einer "freiwilligen" Beihilfe aus dem BKK-System in Höhe von 28 Millionen Euro, berichtet BKK-Sprecherin Richter.

Sie zeigte sich überzeugt, dass die daraus erwachsenden Mehrbelastungen für die Kassen keinen Dominoeffekt nach sich zieht, also zum Beispiel weitere Kassen zum Erheben eines Zusatzbeitrags zwingt.

Drei Kassen haben beim Bundesversicherungsamt ihr Interesse an einer Fusion angezeigt. Namen nennt die Behörde nicht.

pronova BKK hat Fusionsangebot vorgelegt

Im Juni hatte die pronova BKK aus Ludwigshafen bereits ein vorläufiges Fusionsangebot vorgelegt. Die Kasse ist mit rund 650.000 Versicherten die sechstgrößte im BKK-System. Klar ist, dass als Fusionspartner nur eine der größeren Betriebskassen in Frage kommt.

Das Ranking führt die BKK Gesundheit mit knapp über einer Million Versicherten an, die allerdings selber einen Acht-Euro-Obolus erhebt. Auf den Plätzen folgen die SBK (977.000 Versicherte) und die BKK Mobil Oil (961.000 Versicherte).

Nach Angaben der BKK für Heilberufe wird vermutlich noch in der ersten Septemberhälfte eine Entscheidung über den Fusionspartner fallen, teilte Kassensprecher Ulrich Rosendahl mit.

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