Ärzte Zeitung, 08.12.2011

Krasse regionale Unterschiede bei Ops aufgedeckt

Sie sind die Menschen je nach Region unterschiedlich krank, oder werden sie schlicht unterschiedlich behandelt? Diese Frage wirft der jüngste AOK-Krankenhaus-Report auf: Denn in Franken werden doppelt so viele Prothesen eingesetzt wir an der Weinstraße.

Krankenhaus-Report deckt krasse regionale Unterschiede auf

Op-Besteck: Je nach Region kommt es unterschiedlich oft zum Einsatz.

© photos.com

BERLIN (af). Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) meldet dringenden Forschungsbedarf an.

"Wir müssen ausschließen, dass der Wohnort bedeutsam dafür ist, ob ein Patient operiert wird oder nicht", sagte WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber am Donnerstag in Berlin.

Die Fragen nach regional unterschiedlichen Operationshäufigkeiten wirft der am Donnerstag veröffentlichte Krankenhausreport des WIdO auf.

Ein Beispiel: Demnach wurden zwischen 2005 und 2009 je 100.000 Versicherten in der Region Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz 106 Hüftgelenksendoprothesen im Jahr eingesetzt.

In der Region Neustadt an der Aisch in Franken waren es 215 Prothesen. "Regionale Variationen dieser Größenordnung bei den Operationszahlen lassen sich nicht allein durch Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit erklären", sagt Klauber.

Verschiedene Angebotsstrukturen

Sie könnten auf vermeidbare Operationen hindeuten, aber auch auf unterschiedliche ambulante und stationäre Angebotsstrukturen.

Bei Eierstockentfernungen beobachteten die Wissenschaftler sogar noch krassere regionale Unterschiede. Sie reichten bis zum 3,4fachen des geringsten Wertes.

Um die Regionen in Deutschland miteinander vergleichen zu können, haben die Forscher die demografischen Unterschiede bereinigt.

Der Krankenhaus-Report wird jährlich von Max Geraedts von der Universität Witten Herdecke und Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit dem WIdO herausgegeben.

http://wido.de/khreport.html

[09.12.2011, 08:41:40]
Dr. jens wasserberg 
AOK, wie es ihr passt
Ist es nicht die AOK, die durch extrem unterschiedliche Behandlungsfälle bundesweit den Patienten in den unterschiedlichen KVen extrem unterschiedliche Morbiditäten unterstellt ? Ist es nicht die AOK, die somit behauptet, dass ein Patient in München oder Schwerin grundsätzlich kränker ist als einer in Köln oder Mainz ?
Wenn die AOK nun zu dem extrem überraschenden Schluss kommen sollte, dass deutschlandweit ähnliche gesundheitliche Vorbedingungen und Erkrankungswahrscheinlichkeiten vorherrschen,dann sollte sich doch die AOK an die Spitze derer setzen, die bundesweit gleiche Vergütungsbedingungen einfordern, oder ?
Aber die AOK biegt sich die Realität ja gerade so zusammen, wie es eben passt ... zum Beitrag »

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