Ärzte Zeitung, 22.03.2012

Mangelnde Anerkennung erhöht Infarktrisiko

Psychischer Druck durch Arbeit spielt für Herzinfarkte offenbar eine größere Rolle als angenommen, wie Daten der DAK Gesundheit zeigen. Besonders problematisch: Die Betroffenen wissen um die Gefährdung, kümmern sich aber nicht um ihre Gesundheit- da sind Ärzte gefordert.

Von Dirk Schnack

Gratifikationskrise erhöht Infarktrisiko

Fehlende Anerkennung und Arbeitsplatzunsicherheit können zu Gratifikationskrisen führen - und das Herzinfarktrisiko erhöhen.

© fotolia

HAMBURG. Ein bislang wenig beachteter Risikofaktor für Herzinfarkt wird durch psychischen Druck in der Arbeitswelt bedeutsamer. Jeder zehnte Beschäftigte leidet unter einer Gratifikationskrise - und verdoppelt damit sein Herzinfarktrisiko.

Eine Gratifikationskrise kann bei Beschäftigten entstehen, die kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belohnung und den geleisteten Anstrengungen sehen.

Diese Form von arbeitsbedingtem Stress kann etwa durch fehlende Anerkennung, Arbeitsplatzsicherheit und Karrierechancen, aber auch durch ein zu gering empfundenes Gehalt verstärkt werden.

Beamte haben seltener arbeitsbedingt Stress

Besonders Facharbeiter und Arbeiter sind betroffen. Bei Beamten und Selbstständigen ist der Prozentsatz deutlich geringer, wie die DAK Gesundheit in ihrem jüngsten Gesundheitsreport für Hamburg festgestellt hat. Dort sind 9,9 Prozent, bundesweit 9,3 Prozent der Beschäftigten betroffen.

Besonders hoch ist der Anteil unter Beschäftigten, die sich widersprechende Anweisungen erhalten, die ihre Arbeitsaufgaben anders erledigen würden und in Betrieben arbeiten, die wesentlichen Umstrukturierungen unterliegen.

Betroffene haben nicht nur ein höheres Herzinfarktrisiko, sondern schätzen auch ihren Gesundheitszustand deutlich schlechter ein, unterliegen häufig Stimmungsschwankungen, Ängsten, Kopfschmerzen und leiden häufiger unter Schlaflosigkeit als Beschäftigte ohne Gratifikationskrise.

Ärzte sollten an Psychologen überweisen

Das Problem: Zwar wissen die Betroffenen um ihr erhöhtes Gefährdungspotenzial, kümmern sich aber nicht stärker um ihre Gesundheit als andere.

"Hier sollten Unternehmen mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen", riet Hamburgs DAK-Landeschefin Regina Schulz.

Ärzte, die eine solche Krise und ein damit verbundenes Herzinfarktrisiko bei Patienten feststellen, sollten nach Ansicht von Professor Hermann Reichenspurner vom UKE an einen Psychologen überweisen: "Häufig hilft es schon, sich über das Problem klar zu werden."

[23.03.2012, 20:45:35]
Dr. Jürgen Thorwart 
Uninformiert
Der Autor kennt sich offenbar (wie auch viele ÄrztInnen) nicht aus. Zuständig für die psychotherapeutische Behandlung sind nicht PsychlogInnen sondern (v. a.):

ÄrztInnen mit psychotherapeutischer Weiterbildung
FachärztInnen für psychosomatische Medizin und Psychotherapie
FachärtInnen für psychotherapeutische Medizin
Psychologische PsychotherapeutInnen
Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen.
Die Psychologischen PsychotherapeutInnen sind zahlenmäßig die größte Gruppe. Erst recherchieren - dann schreiben!

MfG
Dr. Jürgen Thorwart
Dipl.-Psych., PP, Psychoanalytiker zum Beitrag »

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