Ärzte Zeitung, 28.06.2012

Kommentar zu Krebsdiagnosen

Kassen in Erklärungsnot

Von Raimund Schmid

Sechs Millionen Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern im Jahr - das ist eine beeindruckende Zahl, die die Ärzte vorlegen können. Wie sinnvoll und effektiv diese Früherkennungsuntersuchungen allerdings sind, können Ärzte bis heute nicht eindeutig belegen. Darauf weisen die Krankenkassen nicht zu Unrecht hin.

Deshalb ist es aus Sicht des GKV-Spitzenverbandes auch verständlich, dass er die von den Kinder- und Jugendärzten neu konzipierten Vorsorgen im Gemeinsamen Bundesausschuss mit Skepsis betrachtet.

Andererseits honorieren einzelne Krankenkassen fast alle neuen Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen von Selektivverträgen. Da drängt sich doch der Verdacht auf, dass die Kassen mit ihren Präventionsprogrammen im Wettbewerb untereinander Profil zu gewinnen versuchen.

Schlimmer ist jedoch, dass von Kassenseite aus dem Kollektivvertragssystem der Vorwurf an die Ärzte kommt, sie wollten mit den neuen Vorsorgen die Beitragszahler schröpfen.

Wenn das tatsächlich so wäre, dürften die Kassen auch nicht die deutlich besser dotierten Vorsorgen über die Selektivverträge finanzieren. Da sie das aber genau tun, geraten sie nun in Erklärungsnot.

Lesen Sie dazu auch:
Pädiater wollen Vorsorge-Revolution

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16322)
Personen
Raimund Schmid (191)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »