Ärzte Zeitung online, 06.08.2012

Arztvergleich

240.000 Einträge im AOK-Arztnavigator

Der Online-Arztvergleich von AOK, Barmer und Techniker-Krankenkasse wächst. Das Portal enthalte inzwischen 240.000 Beurteilungen von Ärzten, meldeten die beteiligten Kassen am Montag.

240.000 Einträge im AOK-Arztnavigator

Flop oder Top: Der Vergleich zwischen Ärzten steht auf immer breiterer Datenbasis.

© Robert Kneschke / fotolia.com

BERLIN (af). Das von der Bertelsmann Stiftung und den Dachverbänden großer Verbraucher- und Patientenorganisationen getragene Portal ist seit etwas mehr als einem Jahr am Start.

"Wir ermuntern die Versicherten, sich weiter aktiv zu beteiligen. Mit ihrer Stimme helfen sie anderen Patienten, leichter einen passenden Arzt zu finden", kommentierte der neue TK-Chef Dr. Jens Baas die Zahlen.

Ein Gutachten des Ärztlichen Zentrums für Qualität (äzq) hat das Portal bereits 2011 gut benotet. Es erfülle 85 Prozent der von der Ärzteschaft aufgestellten Kriterien, bescheinigte das von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung getragene Qualitätsinstitut dem Online-Arztvergleich.

Damit belegte der "Arztnavigator" den Spitzenplatz unter zwölf untersuchten Arztbewertungsportalen im Internet.

In einer Nachprüfung in diesem Jahr erreichten drei weitere Arztbewertungsportale mehr als 80 Prozent der vom äzq geforderten Anforderungen (arzt-auskunft, imedo und jameda).

"Die Ärzteschaft bestätigt dem AOK-Arztnavigator seinen hohen Qualitätsstandard", sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann. Dies zeige den Versicherten, dass sie sich nicht scheuen müssen, ihren Ärzten eine Rückmeldung zu geben.

Verbesserungsbedarf gibt es gleichwohl. Nicht erfüllt worden seien unter anderem die Kriterien zur Aktualität der Arzteinträge und zur Information über Widerspruchsmöglichkeiten gegen die Aufnahme in das Verzeichnis. Wünschenswert sei zudem der barrierefreie Zugang zum Portal, so das äzq.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warnt davor, die Bedeutung von Arztbewertungsportalen bei der Arztauswahl zu überschätzen.

Nur zehn Prozent der Versicherten nutzten sie für ihre Suche nach einem Arzt, schließt die KBV aus einer Versichertenbefragung.

Zwölf Arztbewertungsportale hat das äzq bislang unter die Lupe genommen. Nicht alle Gutachten der äzq zu den einzelnen Anbietern sind frei einsehbar (http://www.arztbewertungsportale.de/).

Der AOK-Arztnavigator ist zu erreichen unter
www.aok.de/arztnavi
www.weisse-liste.de/arzt
http://arztnavi.barmer-gek.de
www.tk.de/aerzteführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »