Ärzte Zeitung online, 12.09.2012

Zuzahlungen

GKV-Versicherte skeptisch

Bringt nichts - weder für Ärzte, noch für das Gesundheitswesen. Die Meinung von gesetzlich Versicherten zu Zuzahlungen ist ziemlich eindeutig, wie eine Umfrage zeigt. Sie zeigt aber auch: Noch immer hat die Zahnmedizin deutlich die Nase vor.

Versicherte sehen in Zuzahlungen kein Steuerinstrument

Selbstzahler-Geld für den Doktor: GKV-Patienten sehen keinen großen Nutzen.

© Kautz15 / fotolia.com

KÖLN (iss). Die gesetzlich Versicherten stehen Selbstzahlerleistungen und Zuzahlungen skeptisch gegenüber.

Die Mehrheit sieht in der Eigenbeteiligung weder ein funktionierendes Steuerungsinstrument noch einen Weg, zum Wohle aller die Finanzmittel im Gesundheitswesen zu erhöhen.

Mehr als die Hälfte glaubt nicht, dass Selbst- und Zuzahlungen Ärzten, Apothekern und Kliniken zusätzliche Einnahmen bringen.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag des Versicherers Continentale. Einbezogen waren 1285 Personen ab 25 Jahren, von ihnen waren 1118 gesetzlich und 167 privat versichert.

Von den GKV-Versicherten verneinten 52 Prozent diese Aussage: "Zuzahlungen leisten einen Beitrag zum kostenbewussten Verhalten". 54 Prozent fanden nicht, dass sie den Leistungserbringern zusätzliche Einnahmen bescheren.

Nur 38 Prozent glaubten, dass Zuzahlungen mehr Geld ins System bringen, von dem alle profitieren.

"Nur" 90 Euro beim Niedergelassenen

Fast zwei Drittel fürchten dagegen negative Auswirkungen auf die Versorgung: 64 Prozent schätzten, dass aufgrund von Zuzahlungen wichtige Untersuchungen und Behandlungen unterbleiben.

Am eigenen Leib haben diese Erfahrung aber wenige gemacht. 68 Prozent gaben an, dass sie noch nie wegen Selbst- und Zuzahlungen Behandlungen unterlassen haben. Bei elf Prozent war das selten der Fall, bei 16 Prozent manchmal, bei fünf Prozent oft.

Bei denen, die Leistungen wegen der Zuzahlung nicht in Anspruch genommen hatten, spielten finanzielle Gründe eine wichtige Rolle, aber nicht die einzige.

50 Prozent konnten sich die Zahlung nicht leisten, 35 Prozent fanden die Leistung dann doch nicht so wichtig. Bei elf Prozent kamen beide Faktoren zusammen.

Laut der Untersuchung hatten die gesetzlich Versicherten, wie kurz berichtet, in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt 380 Euro für Eigenbeteiligungen ausgegeben.

Den höchsten Eigenbeitrag leisteten die Patienten beim Zahnarzt mit 260 Euro im Jahr, gefolgt von Heilpraktikern und Naturheilkundlern mit 230 Euro und dem Krankenhaus mit 140 Euro.

Versicherte, die beim Haus- oder Facharzt in die eigene Tasche greifen mussten, kamen auf 90 Euro.

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