Ärzte Zeitung, 05.11.2012

DAK Berlin

Spezialisten-Netzwerk gegen Burn-out

In Berlin sind die Ausfalltage wegen psychischer Leiden drastisch gestiegen. Schnelle Lösungen sind gefragt.

BERLIN (ami). Ein Spezialisten-Netzwerk gegen Burn-out bietet die DAK ihren Versicherten in Berlin seit kurzem an. Dabei kooperiert sie mit der PiBB - Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg.

An dem Netz beteiligen sich über 25 Ärzte, 20 Sozio- und sieben Psychotherapeuten sowie mehrere Reha-Sport-Einrichtungen.

Das integrierte Behandlungsprogramm umfasst fünf psychotherapeutische Einzelsitzungen, 14 Gruppensitzungen und falls nötig auch die medikamentöse Einstellung der Patienten. Ergänzend gibt es ein Sportangebot.

Die Soziotherapeuten können zur Hilfe und Klärung bei besonderen Arbeitsplatzproblemen eingesetzt werden. Die verschiedenen Module kommen je nach Therapiekonzept zum Einsatz.

"Durch seine Komplexität und die aufeinander abgestimmten Therapieschritte ist dieses Netzwerk bislang bundesweit einmalig", sagt PiBB-Chef Dr. Norbert Mönter.

Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Leiden haben zugenommen

Die DAK reagiert mit dem Angebot auf die starke Zunahme der Krankschreibungen wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen.

"Nach unserer Statistik sind in den letzten sechs Jahren in Berlin die Ausfalltage wegen Depressionen und anderen Seelenleiden um 30 Prozent gestiegen", berichtet Gabriela Slawik, Vertragschefin der DAK-Gesundheit für Berlin und Brandenburg.

Sie weist zudem darauf hin, dass die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen in der Hauptstadt im vergangenen Jahr 22 Prozent über dem Bundesdurchschnitt lagen.

Die DAK hat mit dem PiBB bereits vor einigen Jahren einen Integrationsvertrag über die Versorgung von schwer psychisch Erkrankten geschlossen.

Der neue Vertrag zielt nun darauf, rasche fachärztliche Intervention mit Diagnostik und unverzüglicher Therapieeinleitung bei Arbeitsunfähigkeit zu gewährleisten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »