Ärzte Zeitung, 19.03.2013

Sportverletzung

Behandelt wie ein Profi

Zwei Millionen Sportverletzte gibt es jedes Jahr in der Republik. Für die Techniker Krankenkasse in Sachsen-Anhalt Grund genug für ein neues Angebot: Sie verspricht ihren verletzten Versicherten ein Behandlungspaket, wie es sonst nur Profiathleten haben.

renk-silke-AH.jpg

In der Sportklinik Halle betreut: Olympiasiegerin Silke Renk.

© dpa

HALLE. Behandlung wie für Spitzensportler verspricht die Techniker Krankenkasse Sachsen-Anhalt ihren Mitgliedern nach Unfällen und Verletzungen. Möglich soll es ein Vertrag mit der Sportklinik Halle und den Rehakliniken im Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg machen.

"Jahr für Jahr", sagt Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt "verletzen sich in Deutschland, "etwa zwei Millionen Menschen beim Sport".

Langwierige Behandlungen, Operationen und eventuell anstehende physiotherapeutische Maßnahmen erfordern viel Zeit, Geduld und nicht selten unnötig lange Arbeitsausfälle. Anders bei Spitzensportlern, die sehr schnell wieder ihre gewohnten Trainingseinheiten aufnehmen können.

Hennicke: "Genau so eine Behandlung wollten wir für unsere Versicherten." Unter dem Motto "Behandelt wie ein Spitzensportler" haben die drei Partner einen bisher einmaligen Vertrag geschlossen. Ziel ist die schnelle Wiederherstellung der Gesundheit und des sportlichen Leistungsvermögens der Patienten.

Die sieben niedergelassenen Orthopäden sowie die Physiotherapeuten der Sportklinik in Halle betreuen schon seit Jahren Spitzensportler, unter ihnen auch die frühere Olympia-Siegerin im Speerwerfen Silke Renk oder die Nationalmannschaft der Basketballfrauen.

Reha-Klinik ist Vertragspartner

"Wir bieten alle Voraussetzungen, die für eine qualitativ hochwertige sportmedizinische Versorgung notwendig sind."

So würden Diagnose, Therapie, Operation, physiotherapeutische Nachsorge sowie die Beratung zum Verhalten nach der Therapie koordiniert. Zudem sei die Operation personenbezogen gebunden, erklärt Dr. Thomas Bartels, Facharzt für Orthopädie, Rheumatologie und Sportmedizin.

Hennicke bezeichnet den Vertrag als Schritt im Bemühen, "unser Leistungsangebot kontinuierlich auszubauen." Dabei verweist er darauf, dass die Kasse - angesichts hoher Überschüsse - im bestimmten Umfang bereits die Kosten für sportmedizinische Untersuchungen, Naturheilmittel oder für osteopathische Behandlungen übernimmt.

Sollte eine Anschlussheilbehandlung notwendig sein, um die vollständige Wiederherstellung des Leistungsvermögens zu erreichen, hat die TK die Reha-Kliniken Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg als weitere Vertragspartner verpflichtet.

Dort würden "ausgewiesene therapeutische Spezialisten" die Patienten so mobilisieren, "dass sie schnellstmöglich ihre sportlichen Aktivitäten aufnehmen können", erklärt Dr. Gunter Müller, leitender Arzt der Rehaklinik. (zie)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »