Ärzte Zeitung, 11.12.2013

Knappschaft

Bonusprogramm senkt Klinikausgaben

Evaluation zeigt: In drei Jahren hat die Knappschaft durch ihr Bonusprogramm 152 Millionen Euro eingespart.

Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. Das Bonusprogramm der Knappschaft macht sich bezahlt - vor allem durch geringere Krankenhausausgaben. In den Jahren 2010 bis 2012 hat die Kasse durch ihr Anreizsystem fast 152 Millionen Euro eingespart.

Das zeigt ein Evaluationsbericht des Instituts für Prävention und Gesundheitsförderung an der Universität Duisburg-Essen (IPG), den die Knappschaft dem Bundesversicherungsamt vorgelegt hat.

Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler die Leistungsausgaben von Teilnehmern am Bonusprogramm mit denen einer Kontrollgruppe verglichen.

Sie bestand aus Versicherten, die nicht oder nicht erfolgreich teilgenommen hatten, von den Strukturmerkmalen her aber vergleichbar waren. In der Untersuchungsgruppe waren überdurchschnittlich viele Frauen und ältere Versicherte.

Für die knapp 338.000 Nutzer der Bonusangebote der Jahre 2010 bis 2012 ermittelte das IPG einen durchschnittlichen Nutzen pro Versichertem und Jahr von 516 Euro. Davon entfiel mit 474 Euro der größte Teil auf den Krankenhausbereich.

38 Euro im Schnitt Ersparnis bei Medikamenten

Bei Arzneimitteln betrug die Ersparnis durchschnittlich 38 Euro, beim Krankengeld neun Euro.

Die Ausgaben für sonstige Leistungen - Heilmittel, Präventionsleistungen, Kuren und ergänzende Rehaleistungen - erhöhten sich dagegen um fünf Euro. Insgesamt waren die Ausgaben um 175 Millionen Euro geringer als in der Kontrollgruppe.

Den Ersparnissen stehen die zusätzlichen Kosten der Knappschaft gegenüber: vor allem Verwaltungsausgaben und Prämienzahlungen. Sie beziffert das Institut mit 23 Millionen Euro.

Die von den Versicherten am häufigsten gewählten Maßnahmen aus den Bonusprogrammen waren die Krebsvorsorge, Schutzimpfungen und Zahnvorsorgeuntersuchungen.

"Wir haben innovative Bonusprogramme, die zu einer besseren Versorgung unserer Versicherten beitragen", sagt die Geschäftsführerin der Knappschaft Bettina am Orde.

Die Angebote würden regelmäßig einer wissenschaftlichen Überprüfung unterzogen. "Damit sichern wir, dass auch der medizinische Fortschritt berücksichtigt wird."

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