Ärzte Zeitung, 30.09.2014

Orientierungswert

Statistik-Streit: Zu viel Geld für die Kliniken?

BERLIN. Um 1,44 Prozent sind die Krankenhauskosten aufgrund von höheren Preisen und Gehältern seit dem zweiten Halbjahr 2013 gestiegen. Vergleichszeitraum ist die zweite Jahreshälfte 2012 und das erste Halbjahr 2013. Diesen sogenannten Orientierungswert hat das Statistische Bundesamt am Dienstag bekannt gegeben.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisierte, der niedrige Wert lasse erkennen, "dass am Konzept zur Ermittlung des Orientierungswerts etwas nicht in Ordnung ist". Das zeige sich etwa bei den Personalkosten. So habe der Anstieg der Grundlohnrate im selben Zeitraum 2,53 Prozent betragen. Die DKG begrüßte, dass die Bund-Länder-AG zur Krankenhausreform plant, die Grundlagen zur Ermittlung des Orientierungswerts zu überarbeiten. Grundlage der Vergütungsanpassung für Kliniken wird allerdings die - höhere - Entwicklung der Grundlohnsumme sein.

Genau das gefällt dem GKV-Spitzenverband gar nicht. Die Beitragszahler müssten für Zusatzausgaben im stationären Sektor von 700 Millionen Euro aufkommen, die nicht durch die reale Kostenentwicklung begründet sind, hieß es. Der Verband forderte, der Orientierungswert solle die Obergrenze für die Preisentwicklung markieren. Eine faire Preisentwicklung müsse sich in einem Fallpauschalensystem an den Kosten je Patienten-Fall orientieren. Das sei gegenwärtig nicht der Fall. (fst)

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