Ärzte Zeitung, 13.02.2015

Hilfsmittel

Streit um den Nutzen externer Berater

BERLIN. Der Bundesrat hat sich in den Änderungsvorschlägen für das Versorgungsstärkungsgesetz dafür eingesetzt, dass Krankenkassen externe Hilfsmittelberater beauftragen dürfen, "ohne dabei in die fachliche Kompetenz des Medizinischen Dienstes einzugreifen".

Der Herstellerverband Spectaris (Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien) zeigt sich "erstaunt" über dieses Votum: Das Bundesversicherungsamt habe sich erst kürzlich dahin geäußert, dass nur der MDK im Auftrag der Kasse über die Erforderlichkeit einer Hilfsmittelleistung entscheiden dürfe.

Der Verband bezeichnet es als "höchst umstritten", ob es überhaupt rechtens sei, externe Hilfsmittelberater zu beauftragen. Genau diese Rechtsunsicherheiten will der Bundesrat nach eigenen Angaben mit der Schaffung einer gesetzlichen Grundlage beseitigen.

Aus Sicht des Fachverbands sind externe Hilfsmittelberater bisher "eher als Kostenoptimierer aufgefallen als dadurch, dass sie auf eine bessere Versorgung hingewirkt hätten".

Der Vorschlag der Länderkammer, dass der GKV-Spitzenverband Qualifikationsanforderungen für die Berater formulieren soll, wird von Spectaris zwar begrüßt.

Dennoch fürchtet der Verband "Doppelstrukturen" zwischen MDK und externen Beratern mit der Folge, dass sich die Versorgung der Patienten unnötig verzögern könne, heißt es. (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »